Beiträge von Rabenkönigin

    Absolut. Hm. Ich überlege gerade, ob das Blau klappt ... das müsste ein eher seltener Wasserdrache gewesen sein, der da im Spiel war. Also in diesem Fall nichts Feuriges.:think:

    Von mir gibt es ein :thumbsup: und ich gebe Dich gleich für den Spielbereich frei. Das Einzige, was ich noch bräuchte, wäre eine Information, was genau der Bruder sein soll. Der saphirblaue Flaum hat mich ein wenig irritiert. ;)


    Aber da das nebensächlich ist - hab ganz viel Spaß!:)

    Und auch über die Hexen gibt es Wissenswertes. Grauroben, Mondwahn, Hexenzauber oder Feste - ihr könnt jetzt alles nachlesen. Ihr werdet bemerken, dass die Wildhexen gerade fehlen. Die bekommen in Kürze ihren eigenen Text.

    Nachdem ihr nun alle das Feenreich verlassen habt, folgt hier eine kurze Erklärung der Folgen. ;)


    Denn ihr seid zwar nicht körperlich dort gewesen, aber euer Handel mit dem Feenkönig war ziemlich echt.


    Für Adameo und Siral bedeutet das, dass ihre Wünsche gestattet wurden - Einzelheiten habe ich euch mitgeteilt, inklusive der unschönen Auswirkungen.


    Vajdan hat keinen Handel geschlossen - aber das kleine Problem mit den Fledermausflügeln am Hals.


    Und Noah - wir hatten ja mal über Deinen Wunsch gesprochen. Wenn der immer noch besteht, ist dieser genau das, was das Feenreich mit Dir angestellt hat.


    Viel Spaß mit euren frisch gebohnerten Charakteren. *hüstel*

    Es ging hinab in die marmorne Tiefe. In ein Meer aus flüssigem Stein und Silberlicht, hinter dem der Ballsaal und die Feen verschwammen. Allein der Feenkönig blieb für einen langen Augenblick deutlich sichtbar. Eine einsame Gestalt inmitten eines Wirbels aus Licht und Schatten, die zweifarbigen Augen auf die Sterblichen gerichtet, die in die Tiefe sanken.


    Luft.

    Sie verließ ihre Lungen. Es gab keine Luft in diesem flüssigen Stein. Keinen Atemhauch, der das Brennen lindern konnte. Und für einen langen, bangen Moment war das Gefühl des Erstickens so stark, dass Schwärze das wabernde Licht des Marmor-Meeres auslöschte.


    Doch dann …

    Schmerz. Pochender, schneidender Schmerz. Er schnitt durch die Köpfe der Reisenden wie ein blutgieriges Messer. Wieder und wieder.


    Aufgeregte Stimmen wurden laut. Was sie sagten, blieb zu verworren, bis sich eine einzelne Stimme herauskristallisierte: »Sie sind wach! Me’Dam, sie sind wach! Kommt schnell!«


    »O Lichtherrin, ich danke dir!« Es war die Stimme von Me’Dam Malyn, die nur selten so aufgelöst erklang wie in diesem Augenblick. Die Teehausbesitzerin drängte sich an den Menschen vorbei, die sich in ihrer Stube versammelt hatten, die Hand auf die wogende Brust gepresst. »Meine Herrschaften, ihr habt uns allen einen gehörigen Schrecken eingejagt!«, schimpfte sie. »Wie könntet ihr dieses abscheuliche Gebräu trinken?«


    In einer Ecke saß Tion Asch, der Mensch, der doch unter den Klauen des Schattenwandlers gestorben sein sollte, und presste sich dichter an die Wand in seinem Rücken. Ohne Zweifel legte er keinen Wert darauf, dem düsteren Mann näher zu kommen, der soeben seine Augen aufgeschlagen hatte. Hinter seiner Stirn arbeitete es, aber kein Laut kam über seine Lippen. Keine Anklage. Vielleicht, wer konnte es sagen, hob er sich diese für die Stadtwache auf. Doch wie sollte er es erklären? War nicht all das ein Traum gewesen? Was war wirklich, was war es nicht? Tion vermochte es nicht zu sagen. Nur eines blieb gewiss: Sein Körper hatte die Teestube so wenig verlassen wie die der anderen Reisenden. Sie waren in jedem Augenblick hier gewesen.


    »Es ist gut, dass dieser verfluchte Händler aus meiner Teestube verschwunden ist, oder ich schwöre, ich hätte alle Feuer des Abgrundes auf ihn heraufbeschworen«, rief Me’Dam aufgebracht aus und stemmte die Hände in die Hüften. »Niemand verkauft solche abscheulichen Tinkturen in meiner Stube! Und wer es noch einmal versucht, darf sich darüber freuen, bei der Stadtwache zu landen!«


    Die Drohung schwebte über den Anwesenden und in diesem Augenblick wirkte die Besitzerin des Teehauses, als würde sie jeden an den Haaren ins Gefängnis schleifen, der noch einmal versuchte, ihrem guten Ruf zu schaden.

    Der Blick des Feenkönigs verweilte nur flüchtig auf Adameo. Seine Brauen erhoben, als wollte er einmal mehr seinen Wert ergründen. Dann lächelte er wölfisch. »Wie könnte ich einen Wunsch verweigern, der so tief in einem Herzen wurzelt? Und doch …« Seine Finger tippten auf den Drachen an seinem Gehstock. »… und doch entscheide ich allein darüber, welche Beute ich der Jagd als würdig empfinde.«

    Erschienen die Zähne des Feenkönigs spitzer als zuvor? Der Eindruck verging so schnell, dass es kaum zu ergründen war.


    Er setzte seinen Weg fort und hielt vor Noah inne, dem knienden Tierblut, das den Handel ausschlug. Der Feenkönig neigte den Kopf, als lauschte er auf etwas, das nur er allein hören könnte. Dann sah er ohne ein Gefühl auf das Tierblut nieder. »Niemand verlässt das Feenreich, ohne den Preis zu zahlen«, sagte er nüchtern. »Also wird das Feenreich entscheiden, was es sich nimmt.«


    Ein Aufschlag des Gehstocks, ein flüchtiges Glühen in dem Saphirauge des Feenkönigs und er setzte seinen Weg fort, als wäre das Tierblut kein Spielzeug, das seiner würdig war. Seine Worte waren endgültig, eine unumstößliche Wahrheit, an der niemand zu rütteln vermochte.


    Der Samhare …

    Der Feenkönig hielt an und stützte sich gelassen auf seinen Spazierstock. Das Bild eines Adeligen, der ein Insekt musterte. Ein interessantes Insekt, das kurzzeitig seine Aufmerksamkeit zu fesseln vermochte.


    »Ein kluger Mann, der Schaden von sich fernhält …« Die Augen des Feenkönigs waren zu Schlitzen verengt. »… oder ein Feigling, der vor den Folgen seiner Taten davonläuft.« Es klang hart und dunkel. »Wer meine Kinder fängt und einsperrt, wird niemals vor meinem Zorn sicher sein. Überlege gut, Kind der Wüste, was dir das Glitzern deiner Münzen wert ist.«


    Der Feenkönig hob die Hand und ein Silberstück erschien darauf. Es war eine fremdartige Münze, keine, die in irgendeinem Teil der Welt benutzt worden wäre, und so sauber poliert, dass sie beinahe zu blenden vermochte, als der Lichtschein darauf fiel.


    »Ich finde, wen ich suche.«


    Mit diesen Worten wandte der Feenkönig sich zu dem Weltenwanderer um. Dem Kind zweier Welten. Dem Schlüssel.


    »Und keine Tür bleibt mir verschlossen, wenn ich es wünsche.« Er fixierte den narbigen Mann, in dem das Blut zweier Welten floss. »Du denkst, du bist so klug? Dann versuche, mir zu entfliehen.«


    Der Feenkönig warf die Münze in die Luft. Einmal. Ein zweites Mal. Dann streckte er die Hand aus und sie zischte durch die Luft auf den Weltenwanderer zu. Zu schnell, als dass er ihr entrinnen konnte, schlitzte sie über seinen Arm, so scharf wie ein Messer, das den Stoff durchtrennte und das Fleisch darunter zerteilte. Blut klebte an dem flirrenden Silberstück, das einen Bogen beschrieb und vor den Füßen des Schattenwandlers niederfiel.


    »Lauf, Weltenwanderer. Wenn du es noch kannst.«


    Das Sonnenauge des Feenkönigs glühte auf und silberne Ranken aus Licht wuchsen aus dem Boden. Sie breiteten sich aus, zischten auf die Sterblichen zu wie Seile, die sich um ihre Körper wanden. Seile, die an ihnen zerrten. Der Boden wurde weich. Nachgiebig. Und die Seile zerrten und zerrten … hinab. In den flüssigen Marmor, der sich unter den Füßen der Sonnenkinder auflöste.

    Eine Geste, nicht mehr, und der Käfig mit der Herzogin wurde nicht weiter getragen. Seine Augen erfassten das Kind, das sie zur Welt gebracht hatte. Den Weltenwanderer. Auf seinen Befehl gezeugt und durch Nachlässigkeit entflohen. Jetzt war er hier.


    Ein Lächeln erwachte auf den Lippen des Feenkönigs und er wandte seine Aufmerksamkeit wieder zu Adameo, als wüsste er zu gut, dass der Weltenwanderer nicht entkommen würde. Dass niemand entkam, wenn er es nicht wünschte.


    Rosen wuchsen aus dem Boden und verschlossen die Ausgänge des Ballsaals. Ein lebendiger, riesiger Käfig, der jeden inmitten von Marmor und Spiegelglas einschloss. Bis der Feenkönig erlaubte, ihn zu verlassen.


    »Du weißt, wonach es mich verlangt, Sterblicher?« Die Augen des Feenkönigs glitzerten und er legte den Kopf schief. Er streckte die Hand aus und ein eleganter Gehstock mit einem Drachenkopf erschien unter seinen Fingern. Er stützte sich darauf. Das Abbild eines gelangweilten Adeligen und doch … so viel mehr.


    »Ich bin neugierig, was es sein mag, das ich mir wünsche.« Erheiterung lag in der Stimme der mächtigsten Kreatur des Feenreichs. Ein Plauderton, der jedoch zu scharf wirkte. So wie sein Blick, der bis in die Seele des Mannes zu sehen schien, um ihn zu bewerten. »Wisse, dass jeder Wunsch einen Preis besitzt. Bist du bereit, den Preis zu zahlen, Sterblicher?«


    Seine zweifarbigen Augen streiften den Weltenwanderer. »Und noch ein Angebot mehr. Was mag es sein, das du mir anbietest, Kind zweier Welten? Was bietest du mir dafür, dass ich sein Angebot nicht annehme?«


    Der Gehstock des Feenkönigs pochte auf den Boden, als er sich durch den Saal bewegte. Sein Blick fiel auf den Samharen. Auf den Menschen, der seine Kleidung öffnete, weil er hoffte, auf diesem Wege entkommen zu können.


    »Was seid ihr bereit zu geben, um dem Feenreich zu entkommen?«


    Die Frage hallte durch den Ballsaal und die Feen erhoben sich, als hätte der Feenkönig einen unhörbaren Befehl an sie gerichtet. Sie zogen sich zurück. An die Wände. Sodass die Sterblichen im Mittelpunkt standen. Allein.