Arvo Spieler

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Über mich

Über mich

„Meine Geschichte? Ihr wollt es wirklich

wissen? Nun ja … sie war nicht besonders aufregend.“, verlegen

kratzte er sich am Kopf. „Ich hatte eine Familie, die mich liebte.

Eine jüngere Schwester, die ich nach Belieben necken konnte. Was

will man mehr? Wir hatten einen bescheidenes Haus in Lylleis mit

allem was das Herz begehrt. Bäume, die stets reife Früchte trugen.

Fruchtbares Ackerland und auch so manche Tiere, die uns den Rest

lieferten. Wir waren nicht sonderlich reich und Prunk kannten wir

nur aus Geschichten von aufgeblasenen umher stolzierenden Snobs,

doch wir waren auch weit entfernt davon zu verhungern. Alles in

allem eine glückliche Kindheit, bis zu jener Nacht in der sich

alles ändern sollte.


Ich war noch ein Kind. Und wie Kinder nun mal

waren sehr neugierig und aufgeschlossen die Welt zu entdecken, wie

auch meine Schwester, die sie zuerst im Spiegel entdeckte. Ein

junges Mädchen, hübsch sah sie aus mit einem Lächeln bei dem

selbst die Sonne vor Neid erblassen würde. Es lachte glockenhell,

seine zarte Stimme rief uns immer wieder zu sich … meine Schwester

erhob sich, denn sie war nicht minder fasziniert als ich und dennoch

ahnte ich bereits, dass hier alles nicht mit rechten Dingen zugehen

konnte. „Los, hol Mama und Papa!“, rief ich ihr zu und wartete

darauf, dass sie mir Folge leistete. Was dann geschah konnte ich mir

nicht erklären. Hätte ich es besser gewusst, so hätte ich den

Spiegel abgedeckt, ihn vielleicht zerstört. Zerschmettert in

tausend kleine Stücke. Doch just in diesem Moment konnte ich es

nicht, ich wollte unbedingt bei dem Mädchen sein, koste es was es

wollte … und so schritt ich durch den Spiegel hindurch.


Als ich wieder zu mir kam, lag ich in meinem

Bett. Fesseln waren um meine Handgelenke gelegt, ich konnte mich

nicht rühren. Meine Haut war aufgeschürft, überall waren blaue

Flecken. Mein Körper schmerzte, als ich versuchte mich zu bewegen.

Ich schrie … und sie kamen, meine Eltern, meine Schwester und auch

einige anderen Dorfbewohner und Fremde, wohl jene, die es für

besser hielten, wenn ich mich nicht bewegte. Man erklärte mir, ich

wäre für einige Zeit verschwunden gewesen und dann hat man mich

doch gefunden, direkt neben der Scheune. Ich muss wohl gesprungen

sein. Doch, wie kam ich da hoch? Ich konnte mir keinen Reim daraus

machen, geschweige denn mich an irgendetwas erinnern.


Seit dem waren die Nächte nicht mehr das, was

sie mal waren. Immer wieder wachte ich an den ungewöhnlichsten

Stellen auf. Meine Familie sah mich umher wandeln mit trüben Blick

und unverständliches Zeug vor mich her murmelnd. Am nächsten

Morgen wachte ich auf und fühlte mich, wie erschlagen. Und ich

hatte schreckliche Albträume. Träume bei denen sich selbst der

hartgesottenste Kerl in die Hosen scheißen würde, so fürchterlich

waren die. Die besorgten Blicke meiner Familie beunruhigten mich.

Sie hatten Angst vor mir, das konnte ich deutlich spüren.


Eines Nachts hatte meine Schwester vergessen

ihre Buntstifte weg zu räumen und ich erwachte auf einem Blatt

Papier … unter mir eine Zeichnung eines Wesens, perfekt

detailgetreu gemalt, wie es nur ein Erwachsener malen konnte. Wir

gruselten uns und versteckten das Bild im Wandschrank. Die Nacht

darauf entstand ein weiteres Bild … und dann noch eines … Ich

besorgte mir neue Ölkreiden, Wasserfarben … was auch immer. Die

Bilder wurden immer komplexer, spiegelten seltsame Landschaften, die

es nur im Märchen geben konnte. Faszinierend und erschaudernd

bizarr zugleich. Man konnte einfach nicht weg sehen. Das seltsamste

daran war, dass ich so gut niemals zuvor malen konnte. Bestenfalls

hübsche Strichmännchen und Mondgesichter brachte ich aufs Blatt …

doch ich schweife ab. Als meine Eltern die Bilder entdeckten waren

sie geschockt … sie verbrannten sie und verboten mir auch nur

irgendwas zu malen. Als ob ich das beeinflussen hätte können …

Ein paar Nächte daraufhin fand man mich am Boden kauernd vor,

sabbernd und mit blutigen Fingernägeln etwas ins Holz ritzend.

Meine Schwester wollte mich wecken, daraufhin streckte ich meine

Arme nach ihrem Hals und hätte sie beinahe erwürgt. Ich wachte auf

und weinte bitterlich. Sie tröstete mich, doch es half nichts. So

etwas sollte nicht noch einmal passieren. Ich packte meine Sachen

und lief fort, so weit mich meine Füße tragen konnten. Ich musste

Antworten finden, Klarheit was es damit auf sich hatte … und

vielleicht auch wieder so etwas, wie Frieden?


Seit dem ziehe ich umher, wie ein Vagabund …

schlage mich so gut es geht durchs Leben. Die Bilder verfolgen mich

stets, doch dies ist der einzige Weg um so einigermaßen bei

Verstand zu bleiben. Was auch immer da in meinem Kopf drinnen ist,

es muss unbedingt raus, koste es was es wolle. Anfangs hab ich sie

noch vernichtet, später fand ich dafür sogar einige Abnehmer und

konnte somit für einige Zeit über die Runden kommen. Besonders in

Celais verkauften sie sich, wie warme Semmeln. Ich wurde erwachsen

und entwickelte mich zu einem recht eigenartigen Kauz. Durch den

unerwünschten Schlafmangel kombiniert mit Bier, hab ich oft Ringe

unter den Augen bei dem ich jeden Waschbär Konkurrenz machen

könnte. Aber was soll´s, es hätte noch viel schlimmer kommen

können. Im Grunde genommen, hab ich sogar wahnsinniges Glück

gehabt. Nicht jeder kommt ins Feenreich und wieder zurück, dies ist

so unwahrscheinlich wie sieben Mal vom Blitz getroffen zu werden.

Und so unglaublich, dass mir das ohnehin niemand glauben würde,

selbst ich bin mir nicht mehr so sicher. An manchen Tagen glaube ich

immer noch, ich stecke in einem nie enden wollenden Traum fest ...

darauf hoffend endlich zu erwachen. Ach, was bin ich nur für ein

wandelnder Glückspilz!“

Spiel-Informationen

Heimatland
Lylleis
Beruf / Rang
Schlafmaler
Verfügbarkeit im Spiel
Ich stecke mitten in einer Story, aber bin noch offen für neue Mitspieler.