Siral Al`Shazir Teekannen-Schwenker

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Über mich

Über mich

Die Mittagssonne hier drang nur schwach durch das bunte, zusammengesetzte Glasfenster. So ganz anders als Zuhause, dachte ich bei mir und lenkte mich damit selbst von dem faserigen Papier auf meinem Schreibtisch ab, das darauf wartete ein Geschäftsbericht für meinen Vater in Samanhar zu werden. Der Botenjunge wartete schon seit einiger Zeit unten im Schankraum, aber ich lasse mich davon nicht hetzen, mir fällt kein passender Einstieg ein, der ihn beeindrucken könnte und das war mir wichtiger, als die paar Münzen, die ich ihm nachher als Entschädigung zustecken würde.

Ja, der Gewinn war weit höher, als das was ich vorausgesagt hatte und nicht nur der, den ich hier mit dem Feenhandel verdiene, sondern auch mit dem Teehaus, das den Hauptteil dieses Gebäudes ausmachte und als Deckmantel für das eigentliche Geschäft bildete. Die traditionellen samanharitischen Gerichte, der Tee, die Wetten und die ausgelassene Stimmung lockten hier viele Reisende an. Es ist nun schon ein paar Monaten her seitdem ich Arjisthan verlassen hatte und allein diese Information, dass alles so lief wie es sollte, würde ihn keineswegs beeindrucken, für meinen Vater ist das Beste gerade gut genug.

Wieder wanderte mein Blick durch den abgedunkelten Raum. Die leuchtende Farbenflut vermengte sich mit der der vielen aufwendig geknüpften Teppiche. Mir missfällt noch immer, dass man hier und da die hässlichen Holzdielen durchblitzen sieht und verärgert wischte ich dabei mit einer Hand und einem magischen Schubs eines der mit Goldrand verzierten Seidenkissen von dem niedrigen Möbelstück um dieses Ungemach zu überdecken, dass ich von meinem Schreibtisch aus sehen kann. Es verhöhnte mich geradezu. Mein Diener, Zustran, der mit im Raum stand und schweigend auf mein Heranwinken wartete, ließ sich dazu hinreißsen zu dem Kissen zu blicken, das sich gerade wie von Geisterhand bewegt hatte. Aber er wunderte sich schon lange nicht mehr, wenn mich mein Dschinnenblut überkommt, oder er ließ es sich nicht mehr anmerken. Vor ihm verberge ich das auch nicht, eine Lebensschuld bindet ihn an meine Familie, die Al`Shazirs. Außerdem er hat sich schon lange als vertrauensvoll erwiesen. Er käme wohl einem Ziehonkel gleich, wenn man diese Dienersache einmal außen vor ließ. Er hatte keine Wahl, mit in diese Stadt zukommen, im Gegensatz zu mir. Eigentlich hatte ich mich auf Sorieska gefreut und im Grunde genommen war es sogar meine Idee gewesen unser Geschäft weiter über die Grenzen hinaus auszuweiten. Es bot einfach viele Vorteile. Die angeheuerten Jäger, waren hier einfach näher an der Quelle und die Ausfallquote war bei weitem nicht so hoch, wie bei denen die man erst tagelang durch die Wüste karren musste. Viele der Feenjäger wussten auch einfach nicht, wie man der teuren Ware umging. Fangen konnten sie sie, aber der Umgang war meist eine Katastrophe.


Müde knetete ich mir die Nasenwurzel. Zum Glück habe ich keinen so argen Zinken, wie mein Vater, wollte sich mein Gedanke wieder verflüchtigen und für einen Moment sah ich mich meiner Mutter gegenüber. Die Erste und Hauptfrau des einflussreichen Geschäftsmannes aus Nirjista, eine der wenigen üppigen Oasenstädte in Arijsthan. Wie oft hatte sie betont, dass ich der Sonne sei Dank nach ihr käme? Mit braunen, nur leicht gewellten Haaren, hob ich mich von den anderen Arijsthanern ab, ebenso wie sie. Einzig die olivgrünen Augen hatte ich von ihm, wenn auch strahlender als seine, sonst ähnelte ich ihm gar nicht. Weder in Statur, denn er war kleiner und rundlich - während ich schlank und hochgewachsen war- noch im Geiste. Ich führe mein Geschäft anders als er. Ihn kümmerte das Vorzeigegeschäft kaum, während ich mich dort am wohlsten fühlte. Zwischen den anderen Menschen, im Trubel und der gelösten Stimmung eines Schankraums, hatte ich schon früh den Hausherren gespielt und die ein oder andere Wette angeleiert. Für mich war es wichtig, wie bequem die Sitzmöglichkeiten waren, wie das Licht atmosphärisch wirkte und die Qualität der angebotenen Speisen und Getränke. Wohingegen seine Aufmerksamkeit schon immer gänzlich dem illegalen Feenhandel galt, der verborgen in den Kellern und Tunnelsystemen unter seinem Anwesen betrieben wurde. Das Teehaus überließ er stets jemandem den er dafür bezahlen konnte.


Seufzend strich ich mir über das im Nacken zusammengenommene Haar und griff nun doch nach einem leisen Räuspern Zustrans, nach der roten Feder um sie in das Tintenglas zu tunken. Das ist nicht gerade meine liebste Aufgabe als Geschäftsmann und man sieht mir das bestimmt auch häufig an. Unbewusst begann ich mit dem eiförmigen Anhänger zu spielen, der an einer Kette um meinen Hals hing, dieses Schmuckstück ist einer meiner ständiger Begleiter. Die goldenen Glieder sind so knapp bemessen, dass ich sie nicht einfach über den Kopf ziehen kann, doch ich habe mich daran gewöhnt. Denn er schützt mich vor dem Einfluss der Feen mit denen ich täglich zu tun habe. Auf Spiegel verzichte ich auch vollkommen in und um mein Haus, denn es gäbe wohl Feenwesen genug, die nur auf die Möglichkeit warteten, einen von unserer Familie in die Finger zu kriegen. Jedes Stück Metall, und sei es auch der noch so kleine Becher aus Messing oder Kupfer, war punziert oder so bearbeitet, dass die Oberfläche matt schien und keine einzige Spiegelfläche bildete. Die Sicherheit ging vor und deswegen trage ich auch immer mein Scimitar oder wenigstens einen Dolch bei mir. Es sind schlanke Klingen mit denen ich hervorragend umzugehen weiß. Elegant gebogen und hochwertige Arbeiten, bei denen es es eine Schande wäre sie versteckt zu tragen. Auch wenn die Klingen aus Feeneisen bestanden, so waren die Griffe aus zierendem hochwertigen Materialien gefertigt. Türgriffe, Schlösser und Fensterrahmen waren vorrangig aus dem Metall gearbeitet um die Feen am ein oder Ausbrechen zu hindern. Selbst wenn sie bis ins Innere dringen konnten, so wartete der abgerichtete Wüstenhund in den Wohnräumen seines Herren um jeden Eindringling zu vertreiben oder festzusetzen. Seit jeher ein loyales Tier, dem ich bei diesem Gedanken die dünnbefellte Flanke klopfte.


Der Bericht wurde viel kürzer als die anderen, doch ich hatte jetzt nicht den Kopf für soetwas. Zusammengerollt und versiegelt, war er dafür bestimmt mit einem kleinen, abgedunkelten Käfig auf die Reise nach Samanhar zu gehen. Ein Expemplar, dass sie so noch nie gefangen hatten, wenigstens irgendwas dass er als Triumph hervorbringen konnte.


Zwei Argin glänzten nur für einen sekundenbruchteil auf der Handfläche des Botenjungen, bevor er sie fest mit den schmutzigen Fingern umschloss. Einen für den Schmuggler der die kostbare Fracht bis nach Arjisthan brachte und einen um den Jungen zu motivieren um die Zeit wieder aufzuholen, die ich vertrödelt hatte.

Schnell trappelten seine Füße über die bunten Fliesen und in seiner Eile versäumte er es die Türe gänzlich zu schließen, als er den Schankraum verließ. Das Sonnenlicht flutete durch den schmalen Spalt ins Innere und ließ den Staub von der Straße hereintanzen, bis ich mit einem gewissenhaften, wenn auch etwas zu gut gemeinten, magischem Schubs, dieses Lichtspiel beendete und die Türe wieder verschloss und der Riegel herab fiel. Ein leises Räuspern hinter mir, sollte mich noch an meine andere Aufgabe erinnern. Jener unterhalb des Teehauses, abseits der Öffentlichkeit. Ich wusste nur zu gut das dort unten Feen darauf warteten ihre täglichen Rationen zu erhalten und auch die Bestandsaufnahme und Begutachtung der Ware konnte ich niemand anderem überlassen. Eine der ersten Regeln die mir mein Vater eingebläut hatte. Vertraue nur dir selbst. Weswegen ich auch selbst dieses Gebäude vor seinem Kauf in Augenschein genommen hatte. Wäre es lediglich um das Teehaus gegangen, dann hätten sich einige andere weit günstigere Optionen ergeben. In Gegenden die profitabler und weit besser in Schuss gewesen wären, doch für diese Art von Geschäft war viel verborgener Platz nötig und eine gewisse Abgelegenheit notwendig, dass ich mit diesem Grundstück vorlieb nehmen musste.


Mit einem knappen Pfiff, befahl ich das Tier an meine Seite. Folgsam aber demütig begleitete mich der Wüstenhund in den mit Wandteppichen gesäumten Gang, bis zum Stirnende. Hinter dem geknüpften Gemälde meines Großvaters befand sich die Tür in die dunklen Gemäuer, die tief unter dem Haus in die unterirdischen Kanäle mündeten. Mein Großvater hatte sich diesen Platz verdient, aus dem einfachen Grund, dass er die Familie dahingebracht hatte wo sie heute war. In Arjisthan besaß man nur Rang und Namen von Geburt an oder mit Besitz und Handel und er war maßgeblich daran beteiligt, dass meine Familie von einfachen namenlosen Kamelhirten zur Wohlhabenden Gesellschaft aufsteigen konnten.


Moder und Feuchtigkeit mischten sich mit dem unverkennbaren Duft der Feenbäume, als ich immer tiefer in die Gewölbe hinabstieg. Daheim waren die Mauern aus Sandstein, hier aus dunklem nassen Fels und die Luft schwerer als in Arjisthan. Anders, doch der leichte Duft der Blüten erinnerte mich wieder an Zuhause. Und an die Geschichten und Lehren meines Großvaters, der wesentlich mehr Geduld mit mir hatte, als mein Vater. Wir saßen dabei immer unter den großen Bäumen, deren Wachstum sich den Gegebenheiten in den Wüstenhöhlen angepasst hatten und ausladend die Decken und Gänge einnahmen. Lumineszierende Blüten, Früchte und Knospen in großer Vielzahl hingen von der Decke und erhellten mit ebenso leuchtenden Pilzen und niedrigen Büschen die Erntetunnel. Mühsam sie an dieses trockene Wüstenklima zu gewöhnen und vor allem man wie man sie richtig pflegte, hatte er doch diese Aufgabe letztendlich mit seinem Bruder gemeistert und den Grundstein für diesen Feenhandel gelegt. Ich selbst besitze nur angewurzelte Ableger dieses großen Feenbaumes in Töpfen. Einer Traumfeige, die aber schon in dieser Größe Früchte trug. Einige Pilze und Pflanzen aus dem Feenreich, die alle irgendwann von Großonkel aus dem Land hinter den Spiegeln in unsere Welt gebracht worden waren. Die Familiegeschichte und Beweggründe begleiteten mich meine ganze Kindheit hindurch. Mein Großonkel war ein Wechselbalg, dass nicht von seinesgleichen Akzeptiert wurde und wirkliche Loyalität und Zuneigung nur von den Kamelhirten erfuhr. Erfüllt vom Rachewunsch half er seinem menschlichen Bruder dabei, die Geheimnisse der Feenwelt zu ergründen und legte so den ersten Baustein für dieses Geschäft.

Optische Merkmale

Optische Merkmale

Aussehen: Hochgewachsen, Kämpferstatur, typisch Samanharitische Gebräunte Haut. Lilafarbene Tattoowierung Rücken und Oberarme.

Braunes langes Haar leicht gewellt ( Zusammengebunden) , durchdringende olivgrüne Augen. Geschäftsmannlächeln


Trägt immer Arjisthanische Kleidung. Einen schlanken Säbel an der Seite. Rundes vergoldetes Amulett um den Hals.

Spiel-Informationen

Heimatland
Samanhar
Beruf / Rang
Teehaus-Besitzer ( Feenhändler)
Verfügbarkeit im Spiel
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