Noah Schatzsucher, sagt man…

  • Männlich
  • aus Sorieska
  • Mitglied seit 8. März 2020
  • Letzte Aktivität:
Beiträge
1.235
Punkte
6.225
Trophäen
11
Profil-Aufrufe
467

Über mich

Über mich


Sydar (10) 1728


Gleich geht es daran, mich nun endlich auch offiziell in der Stadt einzufinden. Doch was, wie viel, soll ich berichten und wie viel kann, wie viel muss ich gar besser verschweigen? Ich werde mich offenkundig nicht zu sehr von der Wahrheit entfernen können, ohne an Glaubwürdigkeit einzubüßen. Denn niemand wird mir meinen, gewiss linkisch zu nennenden, Umgang mit Anderen absprechen können, noch die scheinbare Furcht, die mich bei zu viel Kontakt mit Jenen um mich her befällt. Aber würde ich erklären als Tiergestaltiger, von Geburt an, vor der Außenwelt regelrecht versteckt worden zu sein … hätte die Kenntnis meiner Existenz, dessen was ich war und bin, doch unvermeidliche Schmach für meine Familie bedeutete und nur unnötig ihren über die vergangenen Generationen hinweg unbefleckt gebliebenen Leumund beschmutzt (ganz zu Schweigen davon, das gewisse Häuser einen wie mich nur zu gerne in einen Käfig gesperrt und begafft, wie zur Schau gestellte hätten) … Nein, diese Wahrheit behalte ich besser für mich.


Aber wie erkläre ich als Erbe eines untergegangenen Hauses dann nur meinen Besitz, die offenkundig mir zuteil gewordene Bildung? Wer, wenn nicht einer von hohem Stand, kann ohne Aufsehen zu erregen, solch Besitz vorführen, wie ihn die Meinen mir doch hinterlassen haben? Ein Privatgelehrter und Forscher ohne Vergangenheit weckt immer Misstrauen! Was, wenn ich mich in gewissen Archiven nach Legenden über vergessene Grabmale und verschollene Schätze informierte und den Rest der Phantasie der Anderen einfach überließe – ja, ich denke, so werde ich es wohl machen.


Denn wenn ich nur in Ruhe meinen eigentlichen Studien nachgehen und in Erfahrung bringen kann, wer für das Feuer verantwortlich war, das allen aus meinem Hause – außer mir – den Tod gebracht hat, und vor allen Dingen „ w a r u m “ ? Nein, ich darf das Aufkommen von zu vielen Zweifel an meiner Herkunft nicht zulassen! Insbesondere auch meines Vaters wegen. Denn noch immer steht die Frage offen, was mein Vater, also mein leiblicher Vater, von dem Mutter nie sprach und von dessen Existenz ich nur aufgrund ihrer eigenen Unachtsamkeit während einer der Unterweisung erfuhr, in denen sie mir eröffnete, inwiefern Sie und ich uns von den Anderen unterschied? Hätte Mutter damals nicht – ohne nachzudenken – mir eröffnete, dass nur aus der Vermählung zweier Tierblütiger ein wandlungsfähiger Spross entspringen könne, ich würde vermutlich heute noch Dorn für meinen leiblichen Vater und nur Mutter für … eben anders gehalten haben.


Aber gerade hier in Sorieska muss ich meine Vorsicht besser noch verzehntausenfachen, will ich morgen nicht in einem goldenen Käfig oder schlimmer noch im Seelenmeer mich denn wiederfinden. Denn eines weiß ich sehr wohl über Vater: Seine Tiergestalt, die ich von Ihm geerbt haben muss, war Mutter doch die anmutige Gestalt des Luchses gegeben, mir aber die der Schleiereule! Wenn die Rabenkönige nicht von ungefähr gerade so sich rufen ließen, wäre ein fremdes Tierblut ihnen sicher hochwillkommen – als Schmuck für ihren Galgen! Und wenn ihr Name und der Name von Schloss Rabenschwinge andere Ursprünge denn hätte, würde ich hier vermutlich immer noch, eher denn irgendwo sonst in Atharys Weiten, auf ewig in einen goldenen Käfig gesperrt und begafft dann werden. Nein, ich – darf – nicht – auffallen! Um keinen Preis der Welt! Und doch will, und doch brauche ich … Antworten, mehr als alles Andere in der Welt!


Darum nur, der Antworten alleine wegen habe ich Burg Corryn verlassen – oder die Corryn-Ruine, wie sie nun allgemein heißt. Alleine einige wenige der Bewohner Illdryr Corryns, des unterhalb gelegenen Dorfes wissen von meinem Überleben und auch sie wissen nicht, was mir alleine die Flucht vor den Flammen damals erlaubt hatte. Und außer mir weiß nur alleine Mella Trog, die Lichtstimme des Dorfes und Vorsteherin der kleinen Kirche dort, von meiner Abkunft, derweil die restlichen Bewohner Illdryr Corryns mich für einen, den Brand überstanden habenden, Diener des Hauses bloß halten. Und selbst Lichtstimme Mella Trog ist über die, den Brand, in einer tief im Felsen verbogenen geheimen Schatzkammer, überstanden habenden Besitztümern des Hauses meines Vaters Stiefvaters und des Testaments, demzufolge mir dieses, wie das Land, als letztem Spross des Hauses Corryn und dieses trotz meines Bastardblutes, von Rechts wegen zustand, nicht zur Gänze informiert. (Dorn muss also von Mutters Ehebruch gewusst haben, gleichwohl er sie und mich das niemals hatte wissen oder gar spüren lassen.) Doch ehe ich nicht weiß, wer den Tod der Linie Corryn einst beschlossen hat – und warum – darf ich die Welt von meinem Überleben nichts wissen lassen. Ich sorgte also dafür, dass ein Brief, von meiner Hand erstellt, gefunden wurde, darin im Falle das auch ich – als letzter in der Erblinie, kinderlos verstürbe, Burg, Dorf und Lehen von der jeweiligen Lichtstimme des Dorfes und dessen Schulze gemeinschaftlich verwaltet werden sollte, bis diese sich aus freien Stücken einem neuen Burgherren unterwürfen. Mella und Valis, ihre Schülerin und vermutliche spätere Nachfolgerin (diese mittels eines von Mella und mir gemeinsam verfassten Schriftstückes, das Valis im Falle des Todes Mellas mit anderen Unterlagen zusammen zukommt) sind über meine Herkunft informiert, weswegen vor meinem Tod kein neuer Burgherr die Corryn-Ruine wieder herrichten und dort von Rechts wegen wird herrschen können.


Doch all das liegt hinter mir (wenn man von Valis absieht, deren regelmäßige Briefe, so unvernünftig es vielleicht auch sei, ich nicht missen mag), bis ich den Schatten, der über meinem Hause liegt (wo ich muss, werde ich fortan Ciaran statt Corryn als meinen Familiennamen anführen), beiseite geschoben und Sühne für den Tod meiner Eltern (und Dorn war mir ein stets guter Vater, wer auch immer mein Erzeuger gewesen sein mag) und Geschwister genommen haben werde. Bis dahin habe ich einiges von den Besitzungen aus der noch immer geheimen und gut gesicherten Kammer der Corryn-Ruine versilbert und teils Mella für den Erhalt de Dorfes überlassen, während der Rest mir für eine Handvoll Jahre eine unbeschwerte, wenn auch bescheidene Existenz als Privatforscher ermöglichen soll. Der Rest des Besitzes von Vater Dorn, soll für den Wiederaufbau von Burg und Ländereien indes dienen. Sollte ich also in drei der vier Jahren noch immer ohne Antworten auf meine brennenden Fragen sein, werde ich spätestens dann anfangen müssen, meine Forschungen und sonstigen Kosten mit eigener Arbeit zu finanzieren. (Und nein, es geht mir dabei weniger darum, ob ich ehrliche Arbeit scheue oder nicht, sondern vielmehr um die Lebenszeit, die ich dann mit zeitraubendem Broterwerb statt weiterer Nachforschungen wohl verschwenden werden muß.)


Mit dem Gesetz werde ich, ab dieser kleinen Notlüge, hoffentlich nicht weiter in Konflikt geraten müssen. Weniger der dadurch unnötig mir zufallen würdenden Aufmerksamkeit wegen, oder des Umstandes, dass mir die Rechtschaffenheit ein ganz natürliches persönliches Anliegen doch ist. Nein, vielmehr könnte ich Valis dereinst (ich weiß, die Hoffnung stirbt zuletzt und ich weiß, dass sie mich von unserer geheimen Verlobung los gesprochen hat, aber wer bin ich schon, mit meinem Herzen zu streiten?) wohl kaum öffentlich um ihre Hand ersuchen, ohne ihren Ruf, auch als Stimme des Lichts, zu beflecken, wenn ich selbst mit Fehl dort vor sie träte.


PS Ich sollte neuen Löschsand ordern, habe ich doch wieder die halbe Tagebuchseite gerade verschmiert, weil ich das Schreiben, wie alles andere auch, mit links doch erledige und ein schnelles Trocknen der Tinte darum noch wichtiger ist (und ergo mehr Löschsand verlangt).


PPS Zu meinem baldigen 26. Geburtstag hat Valis mich zu sich nach Illdryr Corryn eingeladen. Soll ich die drei Tage Fußmarsch hin und dann auch wieder zurück wagen und ihr also zusagen? Mein Herz sagt ja, aber mein Verstand sieht darin nur eine Woche an Nachforschungen, die ich so verlöre. Zugegeben, ich könnte wohl auch fliegen und die Reise so auf einen Tag doch zusammenkürzen. Nur könnte ich ihr dann weder etwas mitbringen, noch irgendwelche Geschenke wieder mit zurück nehmen. Wie auch immer ich entscheide, ich sollte ihr baldigst meine Entscheidung per Taube übersenden (was mich wieder zum Löschsand bringt … und Seife, viel Seife; die verdammte Tinte mir von den Pfoten wieder heruntergewaschen zu bekommen). =>

Optische Merkmale

Optische Merkmale

6 Fuß groß,
etwas über 140 Pfund schwer
dunkelbraune, fast schwarze saphirlblaue dunkle Augen, eine kleine – wenngleich auffällige – Narbe über dem rechten Augenlied.
helle aber wettergegerbte Haut, die von längeren Aufenthalten im Freien berichtet.
Bald an die 26 Winter alt.
Stets in schlichte Roben gekleidet an deren Hüftkordel ein kleiner Leinensack mit allerlei Papieren und Schreibutensilien sowie einer überschaubar bestückten Geldkatze darin, hängt.
Mit einem etwas über 6 Fuß messenden Kampf-/Wanderstab und fast immer barfuß unterwegs!

Spiel-Informationen

Heimatland
Serijsa
Beruf / Rang
Ähm, Privatier?

Persönliche Informationen

Geschlecht
Männlich
Wohnort
Sorieska
Beruf
Äh ... Antiquar?
Hobbys
Bücher! Darf ich wohl mal kurz in deines reinschauen?