Charaktere im Spiel - Was ist zu beachten?

  • Es ist im Grunde genommen weder schwierig, noch besonders aufwendig, einen Charakter für das Rollenspiel zu entwerfen. Allerdings gibt es einige kleine Besonderheiten, die an dieser Stelle beleuchtet werden sollen.


    Die Biographie & Memoiren



    Jeder Charakter muss vor seinem Start im Spiel über eine Biographie verfügen, die in der Ich-Form abgehandelt wird. Auf diese Weise erhält der Charakter seine eigene Stimme, mit der er sich aus seiner eigenen Sicht und mit seinen eigenen Worten beschreiben kann. Schließlich ist er das Abbild eines menschlichen Wesens mit eigenen Ansichten über die Welt, jedoch auch über sich selbst und kann diese somit eher und persönlicher zum Ausdruck bringen, als es in einem einfachen nach Punkten beschriebenen Text der Fall wäre.


    Die Biographie muss keine bestimmte Länge haben, allerdings sollte sie ca. 1 bis 1 ½ Seiten an Text aufweisen, die über folgende Punkte Aufschluss gibt:


    • Der Name und das Alter
    • Seine Herkunft
    • Einige Stationen seiner Vergangenheit
    • Seine Wesenszüge / evtl. Angewohnheiten
    • Evtl. besondere Fähigkeiten


    Zusätzlich zu der Biographie gibt es ein Geschichten Forum, in dem entweder weitere Geschichten über den Charakter gepostet werden können, oder auch seine Erlebnisse im Spiel in einer Art Tagebuch hinterlassen werden dürfen.



    Charaktere und Schauplätze


    Im Rollenspiel existieren momentan zwei vollkommen unterschiedliche Schauplätze, zwischen denen die Charaktere allerdings nur schwierig wechseln können. Dennoch kann es von Fall zu Fall möglich sein - in dem z.B. eine Fee das Reich der Sonne betritt oder einen Menschen in das Reich des Mondes lockt. Dies sollte allerdings die Ausnahme und nicht die Regel sein.


    Zunächst darf nur ein Charakter gespielt werden, der im Reich der Sonne heimisch sein sollte. Durch das erreichen verschiedener Stationen und die Vergabe vom Trophäen, kann der Spieler sich einen weiteren "normalen" Charakter und auch eine hohe Fee erspielen.

    Dies wird einige Zeit dauern, aber wir hoffen, dass dadurch vermieden wird, dass sich der Spieler übernimmt und die Lust am Spiel verliert.


    Dieser zweite und/oder dritte Charakter soll immer eine Ergänzung zum Erstcharakter sein, kein Ersatz, weil sich dieser vielleicht nicht so gut spielen lässt, wie erwartet oder eine Entwicklung durchgemacht hat, die das Spiel nicht mehr so interessant macht. Sollte dieses Szenario eintreffen, kann gemeinsam mit der Spielleitung eine Lösung dafür gesucht werden - sprich: solltet ihr einen Char aufgeben wollen und stattdessen einen neuen erschaffen, gibt es dafür sicherlich einen Weg.



    Das soziale Netz - Nebendarsteller


    Ein Charakter im Rollenspiel gilt als Hauptdarsteller. Doch wie in jedem guten Buch, haben auch die Darsteller hier ein soziales Netz, welches eine gewisse Bedeutung in seinem Leben besitzt Diese Nebendarsteller können Freunde und Familie sein, jedoch auch Bedienstete, anderweitige Kontakte oder gar Feinde.


    Nebendarsteller können im Spiel von dem Spieler des Hauptdarstellers geführt werden, sollen jedoch keinesfalls ein Weg sein, um “billig” an weitere Charaktere heranzukommen oder als Hauptdarsteller angelegt werden. Sie sollen dem Hauptdarsteller mehr Hintergrund verleihen und dürfen von Zeit zu Zeit in das Spiel einfließen, es jedoch keinesfalls dominieren.


    Sollten sich Nebendarsteller aus dem Spiel heraus entwickeln, müssen sie der Spielleitung bekannt gegeben werden. Bestenfalls erwähnt ihr sie auch in der Biographie.



    Held und Schurke, Freund und Feind


    Das Spiel in "Hinter den Spiegeln" wäre weder interessant, noch aufregend, wenn es keine Schurken gäbe, die sich als Gegenspieler der Helden eignen. Es sind also für Charakterkonzepte beiderlei Arten von Hauptdarstellern willkommen, da es ohnehin keine Trennung in Schwarz und Weiß, bzw. Gut und Böse gibt.


    Die Motivationen eines Schurken sind nicht unbedingt grundsätzlich böse, die eines Helden vielleicht nicht unbedingt gut - so liegt es an dem Spieler, ein überzeugendes Konzept zu liefern und die Richtung seines Charakters zu bestimmen. Schließlich können beiderlei Konzepte nicht ohne die Existenz des anderen sinnvoll agieren. Es ist also keinesfalls Voraussetzung für das Spiel, einen “guten” Charakter spielen zu müssen.


    Grundsätzlich ist es wünschenswert, Charakterkonzepte so zu entwickeln, dass das Spiel miteinander darauf aufbauen kann, um Spannung und interessante Komponenten zu erzeugen. Dies mag zwar bei einem komplett neuen Spieleinstieg illusorisch sein, bei späteren Charakteren wäre es jedoch von Vorteil, wenn bei ihrer Erschaffung bereits bestehende Charaktere im Blick behalten würden - ganz gleich, ob es sich dabei am Ende um Freunde oder Feinde handeln mag.



    Das Leben eines Helden…


    Nicht alle Geschichten verfügen über ein glückliches Ende. Ist die Geschichte eines Hauptdarstellers erzählt, so liegt es an dem Spieler, ein passendes Ende für den Charakter zu finden. Ganz gleich, ob er für den Rest seiner Tage glücklich und zufrieden lebt - oder eben nicht.


    Im Rollenspiel sollte es keine Scheu davor geben, über das gewöhnliche Kaffeekränzchen hinaus zu spielen - es geht nicht allein darum, dass ein Charakter neue Freunde findet und sich belanglosen Aktivitäten widmet - es darf intrigiert werden und es sollen Abenteuer erlebt werden - nur so ergibt sich ein lebendiges Spiel, das mit Dramatik gewürzt ist und den Teilnehmern auf lange Sicht Freude bereitet.


    Es geht um das gemeinsame Stricken einer interessanten Geschichte, in der Charaktertiefe und Konflikte im Mittelpunkt stehen. Natürlich gibt darf es auch den lustigen Lebemann geben, der sorglos in den Tag hinein lebt - aber nach der zwanzigsten Kneipentour mit lustigen Pläuschchen wird das wahrscheinlich selbst dem hartnäckigsten Spieler ziemlich langweilig werden. Also ist es angeraten, auch bei einem solchen Konzept nach Konfliktpotential zu suchen, um das Spiel spannend zu erhalten. Schließlich kann auch ein fröhlicher Lebemann von den Schatten seiner Vergangenheit heimgesucht werden…