Laflar Raurel Die Gefühlsblinde

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Über mich

Über mich

Menschlichkeit kann ein Segen sein, doch für manche von uns ist es ein Grauen. Zu wenig Zeit um wirklich zu leben und zu lang sind die Tage der Einöde, des immer gleichen Alltags.


Es war einmal, vor fünfundzwanzig Jahren, eine Frau, die unzufrieden mit ihrem Leben war. Ihr ärmliches Dasein, ihr Versagen, ihre Familie Stolz zu machen und der ausbleibende Erfolg färbte ihre Welt in ein tristes Grau. Sie sehnte sich danach, Abenteuer zu erleben, ferne Länder zu sehen, Erfahrungen zu sammeln, ihrem immer gleichen Alltag zu entfliehen, den sie als Tochter eines Bauern hatte. All das veranlasste sie dazu, den umherstreifenden Gerüchten über die Feen und ihrer Welt mehr und mehr Glauben zu schenken, als wären sie ein goldener Lichtstrahl in dieser immerzu depressiv grauen Welt, in der sie umher wanderte.

Dann, eines Tages, als sie eine ihrer Spuren verfolgte, trieb es sie in einen dunklen Wald, in dem in einer Holzhütte in der absoluten Dunkelheit, ein Schatten hinter den Fenstern zu sehen war. Die Nacht war sternenklar, der Mond hüllte den Wald in kühle und doch wunderschöne Blautöne, da erblickte sie eine männliche Gestalt, dessen Antlitz ihr noch verborgen blieb. Trotzdem spürte sie solch eine Neugierde, als wäre sie wiedergeboren und der Grund für ihre Existenz versteckte sich hinter der Tür dieser Hütte. Sie verspürte eine Anziehung, wie Magneten sich ihrem Gegenstück mit aller Kraft nähern wollen, so wollte sie es auch unbedingt. So dachte sie nicht viel über Risiken und Hinterhalte nach, sondern trat sorglosen Schrittes zur hölzernen Tür, dessen dunkles Holz im Mondlicht wie ein dunkles Blau der tiefen Ozeane erschien. Noch bevor sie ihre Hand heben konnte, um an das harte Holz der Tür zu klopfen, öffnete sich diese vor ihrer Nase und ein Mann von unbeschreiblicher Schönheit blickte in ihre Augen. Seine Augen zogen sie vollkommen in ihren Bann, als würde die Beiden ein unsichtbares Band verbinden. “Ich habe dich erwartet.”, erklang die Stimme des Mannes. Tief und ruhig, als könnte sie seinen gesamten Charakter nur mit diesen Worten, die er von sich gegeben hatte, entschlüsseln, trat sie in die Hütte, in die sie der Fremde einlud, ein. Hinter ihr verschloss sich die Türe wieder und fiel zu, wie das Ende von etwas, das Ende ihres Lebens, wie es bisher war.


Und das Abenteuer endet.


Und in dieser Nacht vermischte sich der Samen dieses Mannes mit dem Erbgut meiner Mutter, ließ ihren Bauch prall heranwachsen und brachte nach neun Monaten schließlich mich hervor. Und dann nie wieder etwas, denn nach meiner Geburt verfiel sie augenblicklich in einen tiefen komatösen Zustand, aus dem sie nie wieder erwachen sollte. So zumindest, erzählte es mir mein Ziehvater und Onkel Brody, wenn ich ihn als junges Mädchen mal wieder dazu drängte, mir etwas über meine Eltern zu erzählen.


Mondschein.


Laflar, der Mondschein, auf diesen Namen taufte meine Mutter mich, das war eines der letzten Worte, die aus ihrem Mund erklangen und ich denke, dass darin die Wahrheit über meine Existenz, über mein Entstehen liegt. Ich bin das, was der Mondschein meiner Mutter übrig gelassen hat. Ich bin das, was von ihnen beiden geblieben ist. Ich bin Laflar Raurel.


Liebe Mutter, lieber Vater...


Im Grunde kannte ich meine wahren Eltern nie gut. Meine Mutter starb ein paar Jahre, nachdem sie in ihr magisches Koma verfiel. Ich habe sie nie sprechen hören, kannte ihre Stimme nicht einmal, lediglich ihr vermeintlich schlafendes Gesicht ist alles, was meine Erinnerung an sie hervorbringen kann.

Meinen Vater habe ich nie kennengelernt. Er schien gleich nach meiner Geburt wieder verschwunden zu sein und hat sich seitdem auch nie wieder blicken lassen. Brody hasste ihn und er beteuerte immer wieder, dass meine Mutter an dem Abend, als sich die Tür hinter ihr geschlossen hatte, fortgegangen sei, mit ihm, meinem Vater. Alles was übrig blieb waren Seelenreste und ihre sterbliche Hülle.

So wie Brody diesen Mann hasste, begann er auch die Feen zu hassen. Er glaubte stark daran, dass sie existierten und dass seine kleine Schwester einer von ihnen verfallen war. Und auch wenn er mich ansah, dann brodelte manchmal solch eine Wut in seinen Augen empor, als sähe er meinen Vater in mir. Jedoch kühlte sein Gemüt meist schnell wieder ab, wenn er dann erkannte, dass ich nicht dafür verantwortlich war. Dass in mir auch das letzte bisschen seiner Schwester steckte, was ihm jetzt noch übrig blieb. Ich hörte ihn oft weinen, besonders nach dem wir uns stritten. Er war so emotional, dass ich ihn kaum verstand und dass ich nicht verstand, warum ich solch eine nüchterne Sicht auf all das hatte. Warum schmerzte es mich so wenig, dass ich nie eine Mutter hatte? Warum war es mir egal, wer mein Vater war und was er mit meiner Mutter gemacht hatte? All diese Fragen ließen sich nach und nach leicht beantworten, desto mehr Brody mir über sie erzählte, meine Eltern. In mir fließt Feenblut in hoher Konzentration. Mein direkter Vorfahre, mein Vater, war einer von ihnen.


Ich bin ein Mensch und doch sind wir verschieden.


Brody beschreibt mich als sehr kühl fast gefühllos, ich bin meist gelassen, lasse mich selten aus der Ruhe bringen und Emotionen, auch wenn ich sie spüren kann, zeigen sich bei mir nur schwach. In meiner Jugendlichen Zeit, als all meine Freundinnen von heimlichen Liebesgeschichten und Affären erzählten, die sie sich erträumten, da bemerkte ich, wie langweilig mir diese jungen Männer vorkamen und wie sehr ich mich nach etwas tieferem sehnte und ich befürchte, diese Sehnsucht bezieht sich auf andere Feenblüter.

Mein Onkel lobte ebenso oft meine Intelligenz, dass ich so reflektiert auf meine eigenen Gefühle und die der anderen blicken konnte und dass mir logische Schlussfolgerungen immer leicht fielen. Ich denke auch das verdanke ich meinem Vater.

Insgesamt muss ich ihm jedoch widersprechen. Ich habe Gefühle und diese Gefühle sind äußerst gefährlich für mich. Das bewies zuletzt der Tod meines Onkels, der nach langer Zeit, in der er mir immer zur Seite stand, mich alles lehrte, was ich wusste, schließlich diese Welt mit dem Ziel des Jenseits verließ. Es war wirklich seltsam, dieser Kloß im Hals, dieses Engegefühl in der Brust, ich kannte es nicht und ich konnte nicht verhindern, dass mir die Augen feucht wurden und salzige Tränen meine Wangen hinunter liefen, bis sie schließlich von meinem Kinn losließen und auf den Boden herab fielen, als sein Sarg hinab in die Erde gelassen wurde. Der Abschied fiel mir zu schwer.


Abschied und Erwachen.


Diese emotionale Extremsituation weckte etwas in mir, von dem ich noch nichts wusste. Etwas, das wie Ameisen durch meinen Körper krabbelte und prickelte, nur darauf wartend, dass ich es freilassen würde. Und dann, als ich still schluchzend die schwarten Trauerrosen an meine Brust presste, da begannen sie plötzlich zu sprechen. “Hey pass doch auf zu zerquetscht uns!” Vor Schreck ließ ich die Blumen fallen, die ungewöhnlich laut schrien, als sie auf dem Boden aufkamen und sofort wieder zu meckern begannen. Eine Frau neben mir, die wohl eine Freundin von Brody war, begann zu schreien und trampelte über die Rosen, zerfetzte sie komplett, bis diese keinen Laut mehr von sich gaben.

Ich spürte Blicke auf mir, Blicke die nicht vor Freude strahlten, nein, eher durchbohrten mich diese von Hass erfüllten Blicke. “Ist sie…?”, fragte jemand zaghaft. “Hat sie etwa…?” - “Meinst du er könnte… von ihr?” So begann das Gemurmel, das in meinen Ohren plötzlich unerträglich laut erschien. Dachten sie wirklich darüber nach, ob ich meinem Onkel etwas angetan haben könnte? Das könnte ich niemals! Ich habe ihn geliebt. Mit schnellen Schritten entfernte ich mich von der lästernden Masse. Mir war klar, dass ich diese Stadt schnellstens verlassen müsste, denn das Gerücht, dass ich ein Feenblut war, das war jetzt schon in aller Munde. Ich wollte nicht darauf warten irgendwann von wütenden Leuten im Hinterhalt überwältigt und vielleicht sogar getötet zu werden. Ich wusste, dass viele Leute dieser Art von Wesen abgeneigt waren, dass sie Angst hatten und diese Angst konnte ich auch eben spüren. Auch wenn mich all das ein wenig verwirrte und überforderte, so musste ich weg von hier.


Allein und voller Fragezeichen.


Und so führte mich mein Weg weg von meiner Heimat Serijsa nach Celais. Dort versuchte ich nun mit meiner Stimme, die durch das Blut meines Vaters etwas engelsgleiches, beruhigendes an sich hatte, zu überleben. Sang auf den Straßen von Adris für ein kleines Publikum und verdiente mir damit meine Unterkunft und etwas zu Essen. Neben dem suchte ich nach anderen Feenblütern oder vielleicht sogar Feen, die mir mehr über ihre Welt erzählten. Broady konnte mich nur über meine menschliche Seite lehren, nun wollte ich wissen was mit dem Rest ist. Was ist dieses Feenblut in mir, was weiß ich alles noch nicht von mir? Was erwartet mich in dieser Welt?


Weiterreise.


In Adris blieb ich nicht lang, denn schon nach einem Monat, den ich dort gesucht hatte, erhielt ich einen Hinweis darauf, dass ich meine Suche lieber nach Sorieska verlegen sollte. Außerdem wurde die Konkurrenz immer skeptischer, scheinbar vermuteten sie langsam, dass meine Stimme unmenschlich schön war und es ärgerte sie, dass niemand unter ihnen meine Stimme übertreffen konnte. So kam es selten mal vor, dass ich mit dem Ausruf “Übernatürlicher Abschaum” angespuckt wurde. Das war mir egal und ich konnte auch nachvollziehen, warum sie es als Ungerechtigkeit empfanden, selbst wenn sie eigentlich nicht wissen konnte, dass ich ein Feenblut war. Mir war seit dem letzten Mal keiner dieser “Unfälle” mehr passiert und auch auf andere Art und Weise konnte ich die in mir schlummernde Magie nicht erwecken. Ich wusste nicht wie, außer indem mir meine emotionen komplett entgleiten. Vielleicht war das aber auch ganz gut, so blieb ich wenigstens weitgehend unauffällig.

Als ich mich den Stadttoren von Sorieska annäherte zog ich mir die braune Kapuze noch ein wenig tiefer ins Gesicht, so dass ich gerade noch einen Schlitz zum durchschauen hatte, man meine Augen aber nicht wirklich erkennen konnte, wenn man mir ins Gesicht sah.

Optische Merkmale

Optische Merkmale

Blasse Haut, fast leuchtend hell blaue Augen und weißlich blondes Haar, das sind die Merkmale, die an mir wohl am auffälligsten sind und den meisten Leuten auch schnell ins Auge fallen. Ich steche aus der Masse heraus und das ist nicht immer gut. Besonders wenn man etwas zu verbergen hat, würde man ja viel lieber Menschenmassen nutzen um darin unter zu gehen, aber das ist bei mir leider kaum möglich.

Ich bin mit meinem 1,65m Länge wohl ziemlich mittelmäßig groß und mit einem Gewicht von circa sechzig Kilos genau bei meinem Idealgewicht.

Spiel-Informationen

Heimatland
Serijsa
Beruf / Rang
Musikantin
Verfügbarkeit im Spiel
Auf der Suche nach dramatischen Storylines.

Persönliche Informationen

Geburtstag
2001-03-08
Geschlecht
Weiblich
Wohnort
Sorieska