Teehaus "Zum roten Schleier"

  • Zalarhan stützte genervt seinen Kopf auf die Fingerknöchel beugte sich verschworener zu Vajdan. Funkelte dabei immernoch Durial an der auf seinem Platz immer kleiner zu werden schien. Während Siral ihm erneut versicherte, dass der Schaden nicht von Dauer war und er ihm das auch nicht in Rechnung stellen würde.


    " Die Kiste .." brummte der Dicke verstimmt und blickte auf das glänzende Kupfer während seine Finger auf den Tisch trommelten und unwirsch in Sirals Richtung deutete. " Ich bin ein langer Geschäftspartner seines Vaters. Es ist ein magisches Artefakt, dass er ihm überlassen hat. Genau wie die Kamele. Nicht das gleiche wie daheim...Aber wenigstens ein bisschen Heimat." er leerte den Weinbecher in einem Zug und pfiff sich die Kellnerin mit einer arroganten Geste zu sich um ihr den Becher in die Hand zu drücken

  • Vajdán kaute auf der Unterlippe. Viel zu viel Magie in dieser verdammten Stadt.

    "Ich hab genug für heute. Ein anderes mal bin ich wieder dabei."

    Er sammelte seinen Gewinn ein, ein ordentliches Sümmchen. Das konnte er am nächsten Tag wirklich gut gebrauchen.

    Aber es war ein interessantes Spiel, nicht ausgeschlossen, dass er wieder kam.

    "Habt Dank Me'Sir Siral, eine interessante Erfahrung."

    "Parmesan und Partisan - Wo sind sie geblieben? - Partisan und Parmesan - Alles wird zerrieben."

    (Matthias Beltz)

  • "Es freut mich, euch kennen zu lernen, Tuuli und Nari. Ich bin Rhavan."

    Ihr Blick streifte nun auch freundlich zu Tuuli, auch wenn man ihr die Erschöpfung immer noch etwas ansah.

    "Das Haus würde ich jederzeit wieder erkennen." Sie bestellte sich einen Tee und so vorhanden eine Kleinigkeit zu essen dazu, falls dies in diesem Geschäft angeboten wurde. Dann nahm sie den Block zur Hand und begann zu skizzieren.


    "Hier... eine Einfahrt, rechts und links Zypressen, das Tor etwas so.. weiße Kieselsteine als Belag." erklärte sie, riss das Blatt ab und legte es auf den Tisch. Dann zeichnete sie erneut. Die Eingangshalle, die Treppe, grob die Gesichter und Kleidung des Mannes und der Frau, die ganz offenbar den jungen Mann festhielten.

    "So ungefähr sahen die Leute aus was die Kleidung und Haare angeht. Ihre Gesichter vermag ich euch leider nicht so deutlich zu zeichnen. "


    Als nächstes skizzierte sie den Verschlag mit dem jungen Mann, der das Halsband getragen hatte und daneben wie er als Fuchs ausgesehen hatte.

    Dieses Blatt hielt sie dann Nari hin. "Ist das der, den ihr sucht?"


    Die Eindrücke einer solchen Vision verblassten oft rasch, daher war es gut, das sie diese auf Papier hatte festhalten können - auch wenn sie das Haus wohl jederzeit und Dutzenden wieder erkannt hätte. Es war einfach zu protzig und prunkvoll, um nicht aufzufallen.

    Als ihr Tee kam, nahm sie erst einmal einen kleinen Schluck und genoss die Wärme des Getränkes.

    "Aber was tun, wenn wir dieses Haus finden?"

    ~Nicht dunkel, aber schön und entsetzlich wie der Morgen.

    Tückisch wie die See. Stärker als die Grundfesten der Erde.

    Alle werden mich lieben und verzweifeln.~ (Galadriel, Herr der Ringe)

  • Die anderen Musiker waren Laflar gegenüber nicht gleich so offen, wie Olfin es war, doch die meisten ließen nach einer Weile locker und erzählten, welche Instrumente sie spielten sowie ihre musikalischen Erfahrungen. Einzig die Flötenspielerin, die mit Loryn vorgestellt wurde, schien mit ihr nicht ganz warm zu werden. Verwundert war Laflar darüber nicht. Eigentlich ist es ja sogar eher der Fall, dass Menschen ihr mit Misstrauen begegnen, weil sie so wenig von sich preisgibt. Weder von ihrem Äußeren, noch von ihrer Persönlichkeit. Es störte sie daher auch nicht wirklich, sie hatte ja nicht vor, sich großartig mit den Musikern anzufreunden und jetzt, wo sie sie alle gesehen und gehört hatte, fiel ihr auch niemand von ihnen besonders auf, so wie ihr Tuuli ein paar Stunden zuvor aufgefallen war, auch wenn sie noch immer nicht wusste, was hinter ihm steckte. Olfin erklärte nun, was sie vorhatten, als nächstes zu spielen, bevor sie wussten, dass sich ihnen mit Laflar ein weiteres Mitglied anschließen würde. Er klang unsicher und reichte Laflar dann ein kleines Notizbuch, in dem sie verschiedenste Lieder fand, als sie es durchblätterte. Mit dem Zeigefinger folgte sie den Buchstaben und stoppte abrupt, als sie den Titel “Mitternachtstraum” laß. Das Lied hatte ihre Mutter geschrieben, als sie noch gesungen hatte, also bevor Laflar geboren wurde. Brody hatte es Laflar mal vorgespielt. Es spiegelte sehr gut wieder, wie sich ihre Mutter gefühlt haben musste, zu existieren, aber nicht wirklich zu Leben. Immer nach dem einen zu streben, von dem dir jeder sagte, dass es unmöglich war. Unmöglich war es nicht, aber es hatte sie ihr Leben gekostet. “Ich… ich würde gerne diesen Song hier singen.”, erklärte Laflar den Musikern, die alle damit einverstanden schienen, wenn auch etwas überrascht. Der Song war durchaus nicht gerade fröhlich, stattdessen hatte er aber leidenschaftliche Stellen und Laflar wusste, dass sie dieses Lied gut performen können würde.

    [Wenn’s für alle okay ist, würde ich im nächsten Part dann mit dem Singen beginnen.]

    "For there is nothing either good or bad, but thinking makes it so." - The Tragedie of Hamlet, William Shakespeare

  • Erst als Tuuli sie vorstellte, fiel Nari auf, dass sie das völlig übersehen hatte und etwas Verlegenheit mischte sich in die Aufregung, die in ihrem Kopf gerade herrschte, gewann dabei aber nicht die Oberhand. Sie zog einen Stuhl vom Nebentisch heran, der noch frei war, damit sie alle Platz fanden, während Rhavan bestellte und sah dieser dann gebannt auf die Hände, während sie zu skizzieren begann. Das Haus, das sie zeichnete, war keines, das Nari bei ihren Streifzügen bereits untergekommen war, zumindest glaubte sie das. Das bedeutete doch, dass sie zumindest schonmal einige Straßen ausschließen konnten. Und jetzt wussten sie, nach welchem Haus sie suchen mussten! Nari konnte es kaum glauben, dass sie solches Glück haben sollten! Oder es war Coralines Werk, das irgendwie durch den Zuckerfuchs verwirklicht worden war..? So oder so war sie wirklich dankbar dafür und starrte nun mit Widerwillen auf die Skizze des Paares, das scheinbar Kadu gekauft hatte.
    Als Rhavan ihr dann eine ebenfalls skizzenhafte Zeichnung von Kadu sowohl in Menschlicher, als auch in tierischer Form entgegenhielt, presste Nari die Lippen aufeinander und nahm das Papier vorsichtig entgegen. So zusammengekauert, wie er wirkte, wollte sie sich gar nicht ausmalen, wie er wirklich gerade aussehen musste. Das Bedürfnis, sofort aufzuspringen und dieses Haus zu suchen, wuchs. Doch Tuulis Mahnung, dass es Kadu auch nicht half, wenn sie von wem auch immer erwischt und getötet würde, hallte noch genügend nach, um sie zumindest vorerst auf ihrem Stuhl zu halten. Langsam nickte sie. Die heller schattierte Augenbraue.. der weiße Flecken Fell um sein linkes Fuchsauge.. er war es. Auch wenn die grobe Zeichnung sonst nicht viel von seinem Gesicht preis gab. "Das ist Kadu..", bestätigte sie fast zu leise in dem allgemeinen Raunen, zu dem die Unterhaltungen im Raum verschmolzen. Auf die Frage der dunkelhaarigen Frau gab es nur eine logische Antwort: "Wir holen ihn da raus.", erklärte sie mit der gleichen Entschlossenheit, die sie von Anfang an angetrieben hatte. Das war ein unumstößlicher Fakt. Egal wie, egal, was es kosten mochte. Sie würde Kadu dort heraus und in Sicherheit bringen.
    Erst dann sah sie blinzelnd auf, als ihr auffiel, wie genau der Wortlaut der Frage gewesen war. "Moment.. wir?", fragte sie erstaunt nach. Sie waren sich doch gerade erst begegnet! Sie schien nicht einmal einen zweiten Gedanken daran zu verschwenden, dass Kadu ein Tierblut war und auch wenn weder Nari noch Tuuli etwas dergleichen erwähnt hatten.. so könnte sie doch darauf schließen, dass dies auch Naris wahre Natur war... Doch dieses Risiko war sie bereit einzugehen, wenn es die Möglichkeit versprach, ihren Bruder zu befreien. Immerhin schien die Frau gewillt, sie zumindest zu diesem Haus zu führen! Wie genau sie dann Kadu dort heraus holen würden, war jedoch ein ganz anderes Problem. Sie hatte jedes Bisschen, das sie entbehren konnte, beiseite gelegt, sollte sie Kadu frei kaufen müssen, ähnlich, wie Tuuli es getan hatte. Doch wenn diese Leute wirklich bereits so viel Geld hatten..? Wie sollten sie da einen Betrag vorlegen können, der ihnen genügte? Sie könnten natürlich auch einfach einbrechen, doch auch darauf waren derart reiche Pinkel üblicherweise vorbereitet.. Es würde zumindest Wachhunde und ähnliches geben.. Bei dem Gedanken überlief die Füchsin ein Schauer. So oder so.. Kadu würde das nicht mehr sehr lange aushalten müssen, jetzt wo sie eine wirkliche Spur hatten!

  • Siral blickte auf als Vajdan sich verabschiedete und nickte freundlich, während seine Hände die Münzen einsammelten.

    "Gerne Me'Syr Vajdan. Gesellt Euch jederzeit wieder dazu, wenn ihr Euren Gewinn verdoppeln wollt." seine Augenbrauen zuckten herausfordernd und er hob den Weinbecher an seine Lippen, bevor er sich weiter seiner Arbeit zuwandte.



    Olfin nickte und trank seinen Becher leer bevor er anfing die Laute testweise mit den Akkorden des Liedes einzustimmen Wo die Töne in der Dunkelheit des Hinterhofs verklang und ihre Gesichter nur von dem Buntglas und den Lampen im Inneren des Teehauses erhellt wurden . " Wir spielen es recht selten.. vor allem in Sorieska." murmelte der Musiker erklärend. Man musste die Feen ja nicht auch noch herausfordern und viele der Stadtbewohner waren auch noch abergläubisch, allen vorran der Hausherr persönlich. Höchstens in Me'Dam Malyns Teestube wurde es gelegentlich gewünscht. Loryn legte die samanharitische Nay in einen langen Koffer und tauschte sie gegen eine silbrig glänzende Querflöte, die sie Umsichtig in den Händen hielt wie einen Wertvollen Schatz. Schon die ersten Töne die sie bließ verrieten die Hochwertigkeit dieses Instruments und das Talent der Spielerin. Während der Trommler etwas abwesend über die Felle strich und seine Pfeife lautstark an dem Fass ausklopfte.


    " Wir sind dann soweit wenn ihr es Seid, Me'Dam Laflar." nickte Olfin und winkte seinen Leuten zum Aufbruch zurück in den Schankraum. Tivra ließ sie alle passieren, auch wenn sie unterschwellig brummelte, als die Verschleierte an ihr vorbei ging, blieb sie diesmal liegen.

  • Tuuli hatte gegenüber der Frau Platz genommen und die Skizzen nach Nari in Augenschein genommen. Das Haus kam ihm bekannt vor... Er wusste nur nicht wo genau, aber er war definitv schon daran vorbeigekommen. Dennoch war klar, dass es sich definitv um ein Haus in der Oberstadt handeln musste... Oder sogar in unmittelbarer Nähe zu Schloss Rabenschwinge? Er schluckte... Freikaufen konnten sie hier auf jedenfall vergessen. Mit diesen Personen zu reden hatte auch keinen Sinn, außer dass sie sie vorwarnen würden und einbrechen könnte sie im besten Fall allesamt in den Kerker bringen.. Nein.. Das hier würde definitv kein leichtes unterfangen werden. Auch die beiden gezeichneten Personen vom Kleidungsstil her kamen Tuuli bekannt vor.. Natürlich konnten es einfach reicher gekleidete Leute sein.. Aber irgendetwas schien eine Erinnerung in ihm wachzurütteln.. Doch sie wollte nicht ganz an die Oberflläche kommen. "Ich hab das Haus und ich glaube die Leute schonmal gesehen." sagte er dann an Nari gewandt.. Klang dabei allerdings keineswegs euphorisch. "Das sind wenn ich mich richtig erinnere nicht nur reiche.. sondern sehr reiche Leute... die Kontakte bis ganz oben haben... Ich weiß nicht mehr wo oder warum genau sie mir so bekannt vorkommen, aber ich hab sie definitv schonmal gesehen und keine gute Erinnerung an sie."

    Wir sind Fremde

    Fremde wohin wir gehn

    Folg den Wagen

    Wohin die Winde weh’n

    Spielmann, sag uns

    Deine Geschichten auf

    Lang schon bist du

    Im fahrenden Volk zu Haus

  • Die Musiker begannen nun ein wenig von der Melodie des Liedes zu proben. Schon als der erste Ton der Laute erklang spürte Laflar, wie das Blut in ihren Adern zu brodeln begann, als wäre das Lied eine Nachricht von ihrer Mutter an sie. “Nein, du bist nicht so naiv wie sie, du wirst ihren Fehler nicht wiederholen.” Mit dem Gedanken holte sie sich zwar kurz zurück in die Realität, doch dieser Zustand hielt nicht lang an, als sie wie automatisch den Text mitzusingen begann und etwas energischer wurde, als die Querflöte erklang und die Trommel sich rhythmisch anschloss. Die Instrumente verstummten wieder und so verklang auch Laflars Stimme. Sie öffnete ihre Augen, die sie, wie immer, zum Singen verschlossen hatte und blickte auf, in Olfins Gesicht, der ihr zu nickte und zu verstehen gab, dass sie nun bereit wären. Auch Laflar nickte, folgte dem blonden Mann und die anderen Musiker taten ihnen gleich. Sie betrat den Schankraum mit ihnen. Der Hündin schien ihre Anwesenheit noch immer nicht zu gefallen und so knurrte sie leise, als Laflar passierte, aber zumindest blieb sie liegen und machte auch sonst keine Anstalten, sie wieder anzugreifen. Sie schien Siral also eigentlich sehr gut zu gehorchen. Die Musikergruppe platzierte sich nun links vom Podest, zwischen Gang und Treppe ins erste Stockwerk. Laflar stellte sich ein wenig vor sie und blickte ein letztes Mal in das Publikum, dass die Ankunft der Musiker bereits mit einem milden klatschen willkommen hieß. Nun schloss sie ihre Augen, ließ ihre Arme zu ihren Körperseiten sinken und auch ihr Kopf sank nun ein wenig. Dann erklang die Laute, spielte ein kleines Solo, bis ihr erster Einsatz kam und sie ihren Kopf nun hob, als wäre sie erwacht. Die Melodie ging durch ihre Adern, als wenn sich ihr Herzschlag der Rhythmik des Liedes angepasst hatte, vor ihrem Inneren Auge sah sie den Text des Liedes abspielen, als wäre sie gerade genau in dieser Situation und so begann sie mit sanfter Stimme die ersten Töne, Worte und Verse zu singen. Anfangs sehr ruhig, als dann die anderen Instrumente einsetzten deutlich entschlossener und auch ihre Arme öffneten sich dem Publikum mit jedem Ton ein wenig mehr und bewegten sich schließlich passend zur Musik. Ihre Höhen klangen ein wenig wie die einer Opernsängerin, es hatte etwas himmlisches. Das hatte sie bisher von den meisten anderen Sängerinnen abgehoben. Sie sah ihre Mutter, wie in einer Vision, wie sie diesen Text schrieb und durch ein Fenster den Regentropfen beim Fallen zusah. Es war bereits dunkel und ihre Hand tanzte mit der Feder im Kerzenschein über das Pergament, als sie sich ihre kleine Traumwelt zusammenreimte, während im Hintergrund ein warmes Feuer im Kamin brannte und den gesamten raum in warme Orangetöne färbte. Laflar versuchte diese wohlige Melancholie in ihre Stimme fließen zu lassen. Sie legte all ihre Gefühle in diese Verse und auch, wenn es nicht so schien, so war Laflar, während sie sang, doch am nähesten an dem dran, was sie wirklich war, wer sie wirklich war. Nur fiel es ihr eben schwer diese Seite von sich hervorzuholen, wenn sie gerade nicht sang. Bisher gelang es nur ihrem Onkel ansatzweise. Das Lied wandte sich dem Ende zu, die letzten Verse standen bevor und nachdem sie zuvor noch mal ein wenig Gas gegeben hatte, lauter und kräftiger wurde, so wurde sie nun wieder ruhiger, gab dem Publikum eine letzte Kostprobe der melancholischen Melodie, bevor sie nach dem letzten Ton endgültig verklang. “Mitternachtstraum” handelte von dem Traum einer jungen Frau, den Sinn im Leben zu finden, auch wenn man dafür Grenzen überschreiten musste.

    "For there is nothing either good or bad, but thinking makes it so." - The Tragedie of Hamlet, William Shakespeare

  • "Sicher" Vajdán lächelte Siral zu noch zu.

    Irgendwie wurde er trotzdem das Gefühl nicht los, der Samanhare verbarg etwas. Aber egal was hier vorging, es war... interessant hier.

    Erst recht, als die seltsame Frau zu singen begann.

    Ihr durchaus theatralischer Auftritt, mit hängenden Armen, als wäre sie im Stehen eingeschlafen, aber dann begann sie zu singen.

    Und es war... atemberaubend. Er fühlte, wie ein eisiger Schauer über seine Haut rann und so lange sie sang auch nicht mehr so recht weichen wollte. Der Schleider war also nicht das einzig merkwürdige an ihr.

    Eine vage Assoziation an das Fest keimte auf. Die Stimme der Feensängerin. Es gab Gemeinsamkeiten.

    Der Text dagegen war... anders, er passte nicht so recht. Über ein Mädchen, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, alles etwas melancholisch gefärbt, sehr menschlich alles, überhaupt nicht so abgehoben wie das was er bisher als 'feeisch' kennengelernt hatte.

    Nun, er würde beobachten...

    "Parmesan und Partisan - Wo sind sie geblieben? - Partisan und Parmesan - Alles wird zerrieben."

    (Matthias Beltz)

  • Sie wollte ihren Gegenübern etwas erwidern, aber in diesem Moment kam die Sängerin mit den Musikanten herein und stimmte ein Lied an. Wieso genau wusste sie nicht, aber sie bekam eine Gänsehaut, so lange das Lied anhielt.

    Für einige Momente schwieg sie anschliessend, kurz das Lied nachklingen lassend und dann hob sie den Kopf und sah ihre beiden Gesprächspartner an. Zunächst Nari. "Ja wir. Ich weiss genau, wie die Einzelheiten aussehen und vielleicht kann ich ja helfen."


    Ob das eine gute Idee war für jemanden, der gerade erst angekommen war, war eine andere Frage. Aber sie hing doch ohnehin schon mit in der Geschichte. Warum sie ausgerechnet bei diesen Beiden das Gefühl hatte, helfen zu müssen, konnte sie nicht erklären. Nur das es so war. Anschliessend wandten die grünen Augen Tuuli zu.

    "Es wäre natürlich gut, wenn ihr euch erinnern würdet, woher ihr sie kennt und wo das Haus ist. Das erleichtert uns allerdings nicht den Zutritt. Möglicherweise könnte ich Ihnen wahrsagen und darüber ins Haus gelangen. Aber was machen wir mit euch beiden und wie kriegen wir euren Freund da heraus.. "

    Nachdenklich blickte sie in ihre Teetasse, überlegte und trank einen Schluck von dem warmen Getränk, das ihr durchaus wohl tat nach der langen Fahrt im kalten Wind.

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  • Nari wusste nicht, wieso sie sich zu Laflar herum drehte, als sie zu singen begann. Im Grunde war es doch gerade so viel wichtiger, dass sie endlich eine handfeste Spur zu Kadu hatte, oder nicht? Dennoch brachte der schöne Gesang sie dazu, ihre ganze Aufmerksamkeit für den Moment auf die Sängerin zu richten und zu lauschen. Die Stimmung, die das Lied in ihr auslöste, ließ sie sich nur noch mehr nach den Tagen sehnen, als noch alles gut gewesen war, niemand sie getrennt hatte, auch wenn es nicht immer einfach gewesen sein mochte. Und als Laflar endete, wandte sie sich nur mit umso mehr Eifer wieder um, dieses Haus so schnell wie möglich zu finden und Kadu wieder zurück zu bekommen. "Das ist.. sehr großzügig von euch!", brach es aus Nari nach Rhavans Erklärung heraus und sie empfand eine seltsame Mischung aus Euphorie, Tatendrang und der erdrückenden Sorge um ihren kleinen Bruder, nach dem, was Rhavans Worte zuvor offenbart hatten.
    Nachdenklich runzelte sie die Stirn. Es konnte womöglich klappen, sofern diese beiden sich denn auf Rhavans Angebot einließen, doch was dann? Tuuli und sie oder zumindest einer von ihnen müsste mit hinein gelangen und Kadu befreien und irgendwie müssten sie auch wieder hinaus! Und was, wenn man ihr die Ähnlichkeit zu Kadu ansähe und der Plan dadurch aufflog? Sie könnte natürlich versuchen als Fuchs... "Hm.. Ich weiß auch nicht.. aber wenn es euch gelänge, uns hinein zu schleusen.. Vielleicht ein großer Rucksack oder so etwas.." Vorsichtig und fragend sah sie zu Tuuli, nun doch wieder etwas unsicher, was sie sagen könnte und was nicht. "Kadu.. braucht ja nicht viel Platz.." genausowenig wie ich "Wenn wir ihn ungesehen aus diesem.. Gefängnis", sie sprach das Wort beinahe mit Verachtung aus. "bekommen könnten, wäre es mit einem halbwegs großen Korb oder Gepäck möglich, ihn vom Grundstück zu schmuggeln. Ich weiß natürlich nicht, inwieweit dort Taschen und Ähnliches überprüft werden.." Wenn Tuuli unter irgend einem Vorwand zumindest mit eingelassen würde.. Mit einem ebensolchen Gepäckstück.. Sie könnte sich darin verstecken, zu zweit, oder je nach Situation sie alleine könnte Kadu holen.. und wieder zurück..? Währenddessen wären diese.. Leute.. abgelenkt und würden hoffentlich zu spät merken, dass ihr Gefangener fort war.

  • Wie schon einmal zog Laflars Stimme die Aufmerksamkeit des Windjungen auf sich. Diesmal nicht durch das gewählte Lied, nicht durch die Worte, sondern einfach durch den Klang, ja die Harmonie ihrer Stimme mit den Instrumenten, deren Klang sie dennoch so deutlich übertraf. Er lauschte dem Lied wandte sich wieder zu ihr und ließ sich ein Stück weit von ihrer Geschichte, welche das Lied erzählte mittragen. So Ähnlich wie wenn der Wind ihm von den fernen Ländern und Orten erzählte und er sich geistig mit ihm vorttragen ließ. Obwohl er ihnen kaum Aufmerksmkeit mehr schenkte, wusste er nur zu deutlich, dass es den anderen im Raum wohl ähnlich erging bei Laflars gesang. Für einen Moment schien ihr nahezu jeder einfach zu lauschen und ihren Gesang zu genießen. Erst als Laflars Stimme wieder verstummte, die letzten Töne der Instrumente verklangen, konnte Tuuli sich wieder auf das Konzentrieren, was sie gerade besprachen. Einige Jubelrufe sogar etwas klatschen, was hier im Teehaus eher selten vorkam, da die Musiker hier, eher als Zusatzgeräsuchkulisse und weniger als Hauptattraktion spielten, kamen von den Zuschauern, während er Laflar freundlich zustimmend zunickte, auch wenn er nicht wusste, ob sie es überhaupt sah, ehe er sich wieder Rhavan und Nari zuwandte.


    "Ich werde versuchen mich daran zu erinnern... Ich mache morgen mal einen Spaziergang durch die Oberstadt.. Vielleicht fällt es mir dann wieder ein oder ich finde das Haus... Ich fürchte nur, das es keine gute Idee ist wenn wir uns dort wirklich Blicken lassen... Ich glaube nicht, dass jemand von unserem Stand dort überhaupt Einlass bekommt und selbst wenn wir es schaffen, dann kommen wir sicher nicht so einfach an Kadu ran, geschweigedenn dass wir ihn dort rausschmuggeln können ohne bemerkt zu werden... Und wo das schon unwahrscheinlich ist... Könnten wir mit Sicherheit nie mehr einen Fuß nach Sorieska setzen und müssten vermutlich selbst in nahegelegenen Dörfern oder Städten wo die Familie beziehungen hin hat um unser Leben fürchten, wenn sie uns mit dem "Diebstahl" in Verbindung bringen... Ich glaube nicht, dass wir das einfach so hinbekommen.. Schon gar nicht überstürzt.. Ich weiß du bist voller Tatendrang.. Aber wir sollten ersteinmal mehr über diese Leute und das Grundstück in Erfahrung bringen... Vielleicht finden wir dann einen Weg oder jemanden vom Personal der Bestechlich ist oder irgendetwas dergleichen, aber eine Überstürzte Handlung würde uns bei einer einflussreichen Familie in Sorieska die vielleicht noch dazu beziehungen zur Königsfamilie pflegt wohl im besten Fall in den Kerker bringen..." sagte er vorwiegend auch an Nari gewandt, die er zwar nicht enttäuschen wollte, aber unbedingt klar machen, dass eine Überstürzte Handlung jetzt das schlechteste war, dass sie tun konnten. "Ansonst könnten wir auch noch versuchen Mesyr Siral zu fragen.. Ich denke er kennt einen großteil der Bewohner dieser Stadt und vorallem auch die bekannteren... Und in Wirtshäusern erfährt man oft Dinge die man auf der Straße nicht so leicht herausfindet..." versuchte er nun Nari wieder etwas mehr Hoffnung zu machen.. Sie hatten nun ein Spur, aber es galt jetzt mit kühlem Kopf an das ganze heranzugehen.

    Wir sind Fremde

    Fremde wohin wir gehn

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    Wohin die Winde weh’n

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    Im fahrenden Volk zu Haus

  • Siral drehte die Münzen in einer Hand und verzichtete darauf, die Kamele erneut laufen zu lassen. Beinahe alle am Tisch hatten sich den Musizierenden zugewandt und keiner schien mehr einen Kopf für Wetteinsätze oder dergleichen zu haben.

    Nun.. Später vielleicht...Ihm war nach Tivras Verhalten auch nicht mehr unbedingt danach, sich allzu sehr in dieser Aufgabe zu vertiefen. Der Samhare begann die Kupfernen Akteure wieder in die Kiste zu sortieren und schob die restlichen Münzen in die Münzschatulle und klemmte sie sich unter den Arm. Das Dschinnblut lehnte sich leicht zurück und nahm noch einen Schluck aus seinem Becher.

    Ja die Stimme mochte außergewöhnlich sein, ein Glücksgriff oder einfach Tuulis Eigenschaft, dafür ungewöhnliche Talente zu finden. Ihre Stimme rein im Klang und voller Gefühl, doch in diesem Moment schob sich eine andere Frau in seine Gedanken.

    Ein Augenaufschlag..

    Eine Melodie und der Geruch von Lilien überdeckte vollends seine Sinne. Seine Augen wanderten umher suchten unbewusst nach einer Spiegelung, doch fanden sie keine... Natürlich nicht. Das war sein Teehaus bei dem er sehr darauf bedacht war, nirgendwo eine Spiegelnde Oberfläche zuzulassen. Sein Griff um den Becher festigte sich, so dass die Knöchel weiß hervortraten. Konzentriert und verbissen, ja gar frustriert darauf bedacht ,dass er bei Verstand blieb.

    Ihr werdet mich finden.

    Machtvolle Worte, die sich in sein Innerstes Gebrannt hatten und die er immer wieder aus ihrem Munde zu hören vermochte. Sein Blick war starr auf die Tischplatte gerichtet, flach atmend versuchte er seinen Kopf wieder Frei zu bekommen und griff nach einem der Schnapsgläser. Nicht unbedingt die beste Methode um einen klaren Gedanken zu fassen. Doch wenigstens lenkte das Brennen in seinem Hals ein wenig ab und das Pfeifen in seinen Ohren versiegte langsam. Machte wieder Platz für die Geräusche des Gasthauses. Holte ihn ein Stück weit ins hier und jetzt zurück.


    Noch hörten alle gebannt zu, doch Siral wäre am liebsten in seine Räumlichkeiten Geflohen. Hielt ihn nur der Gedanke daran zurück, wie das wohl aussehen mochte. Und dass es hier arbeit gab. Er straffte sich etwas und schloss den Wettisch, indem er auch den Rest einsammelte und sorgfältig beiseite stellte.


    Die Gäste im Schankraum lauschten bis zum letzten Augeblick gebannt der Sängerin. Dann wurden Münzbeutel gezückt und in eine Große Schale auf der Anhöhe gelegt. Viele Kupferstücke, aber auch Argins fanden sich darin zusammen. Die Olfin sich verbeugend und fast ehrfürchtig ergriff in einen Beutel schüttete und sich wieder rückwerts zu den Musizierenden Begab.

    " Nach dem Auftritt, wird alles gerecht aufgeteilt." versicherte er der Frau und griff wieder die Laute um eine sanfte Melodie anzuschlagen. " Bald kommen eh die Damen, dann hat eh keiner mehr Blicke für uns.. Wir sollten die Zeit also nutzen." zwinkerte der Blonde und nickte seinen Leuten auffordernd zu.

  • Laflar hatte gar nicht bemerkt, wie sehr sich die Stimmung im Schankraum verändert hatte, als sie sang. Als wenn jeder, wirklich jeder zumindest kurz innehalten würde um ihrer Stimme zu lauschen. Erst als sie ihre Augen wieder öffnete und die ersten begeisterten Zuhörer zur Bühne strömten um den Musikern mittels Geld ihre Anerkennung zu zeigen, realisierte sie mal wieder, was für einen Einfluss sie durch ihre Stimme hatte. Sie konnte ihre Geschichten erzählen und jeder lauschte ihren Worten, wenn sie sang. Eine Fähigkeit, die sich als ebenso nützlich wie auch gefährlich erweisen kann. Sie kann Antworten finden, aber wenn sie zu viel von sich preisgibt, dann kann sie sich in Gefahr bringen. Das wurde ihr erst jetzt so richtig bewusst und im Angesicht ihrer Liedauswahl war sie nun etwas beunruhigt, dass sie damit vielleicht schon zu viel verraten hatte. Als sie im Publikum die Leute suchte, die sie zumindest vom Sehen her kannte, schienen die meisten aber nur von ihrem Gesang bewegt zu sein. Einzig Siral, den sie eigentlich am meisten Beeindrucken wollte, um ihm ihre Dankbarkeit zu demonstrieren, schien nicht so in den Bann gezogen wie die anderen. Sie erkannte es aus der Ferne nicht genau, aber es schien als hätte ihre Stimme eine gegenteilige Wirkung auf ihn gehabt, als sie auf die anderen hatte, die entspannt und gelassen schienen.

    Olfin, der das Geld einsammelte, das die anderen für die Musiker da gelassen hatten, erklärte Laflar, dass sie das Geld später teilen würden. Das Geld war Laflar tatsächlich gar nicht so wichtig, so dass es ihr auch egal wäre, wenn Olfin ihr weniger geben würde, als ihr bei einer gerechten Teilung zustehen würde. Als er das Geld dann weggepackt hatte, stimmte er mit seiner Laute eine neue, deutlich heiterere Melodie an. Laflar sah kurz zu ihm rüber, als er mit ihr sprach, richtete sich dann wieder an das Publikum, schloss ihre Augen erneut, als sie die Melodie erkannt hatte und begann nun nochmal zu singen.

    "For there is nothing either good or bad, but thinking makes it so." - The Tragedie of Hamlet, William Shakespeare

  • Der Gesang hatte offenbar alle in ihren Bann gezogen, in einer Weise, wie Vajdán es bisher nur ein einziges Mal zuvor gesehen und erlebt hatte. Zwar reichte seine Erinnerung nicht sehr weit zurück, dafür nahmen diese wenigen viel Raum ein.

    Nein, nicht einmal... zweimal sogar.

    Den Besuch bei der Schneiderin verdrängte er so gut es ging.

    Der Abend dieses Festes, und die Feensängerin.

    Sie hatte sie alle, Männer noch mehr als Frauen in ihren Bann gezogen. Er war zu weit weg gewesen um es so deutlich zu spüren wie die anderen, aber er hatte es gespürt. Und dann war da diese Dornenhecke gewachsen.

    War das das Motiv der Feen? Einen heranholen und dann mit einer Dornenhecke abwehren?

    War der Schleier eine Dornenhecke?

    Er behielt die Frau im Blick. Sie stimmte ein weiteres Lied an. Der Effekt war ähnlich, wenn auch nicht mehr ganz so intensiv wie bei dem Lied zuvor.

    Die meisten Gäste kehrten wieder zu ihren Gesprächen zurück und zu anderen Aktivitäten. Siral hatte die Wetten eingestellt, wie Vajdán überrascht feststellte. Das Lied schien auch ihn irgendwie mitgenommen zu haben. Seine beiden Stammspieler quittierten diese Aktion mit widerwilligem Murren. Der dicke Händler gab jedoch einige schwer klingende Münzen in den Beutel, den der Lautenspieler herumgehen ließ.

    War Siral auf dem Fest gewesen? Und der Händler? Und all die anderen?

    Darüber hatte er zuvor nie nachgedacht. Aber mit großer Wahrscheinlichkeit waren sie es, wie die meisten Anwesenden, die an dem Tag in der Stadt gewesen waren. Was folgte daraus?

    Dass heir irgendeine Form der Magie im Spiel war, daran zweifelte Vajdán längst nicht mehr.

    Vorerst beobachtete er jedoch nur, aber irgendwann würde die Sängerin eine Pause machen, vielleicht nach draußen gehen oder auch nach oben. Bis dahin würde er noch ein paar Becher trinken und unauffällig beobachten. Darin war er mittlerweile geübt, so verschwand er in der Masse, niemand würde so recht Notiz von ihm nehmen.

    "Parmesan und Partisan - Wo sind sie geblieben? - Partisan und Parmesan - Alles wird zerrieben."

    (Matthias Beltz)

  • Das nächste Lied hatte bereits eingesetzt, als Siral sich schließlich doch in Bewegung setzte. Bemüht um ein Gastwirtschaftliches Lächeln, schlängelte er sich durch den Schankraumes und wollte seine Geldschatulle und die Kamele in seine Privaträume bringen . Nur einen Moment durchschnaufen und sich wieder sammeln... Siral streichelte geistesabwesend und im Vorbeigehen über Tivras großen Kopf, die ihm zwar besorgt hinterhersah, aber ihren Platz weiterhin gewissenhaft bewachte. Er drehte wohl langsam durch...

    Siral drehte eine der Öllampen heller auf, bis sie den Raum größtenteils Erleuchtete und verstaute die Münzen in der großen verzierten Truhe, während seine Gedanken weiterhin rasen zu schienen... Das unentwegte Gefühl, dass es ihn irgendwo hin zog, doch er wusste nicht wohin.. Noch was er dagegen tun konnte. Der Geruch nach Lilien... Als wären diese verdammten Dinger überall, doch fand er nie eine dieser Blüten... Seine Hand ging an ein Fläschen, verrieb sich das Eisenwurzöl auf den Handgelenken, als wäre es ein Parfüm. Hoffte mit dem riechen daran, würden seine Gedanken wieder klarer...


    Nach ein paar Minuten schließlich kam er wieder zurück in den Schankraum und platzierte sich hinter der Theke. Diese Arbeit behagte ihm gerade mehr, als die zwischen den Gästen. Also schenkte er wieder Getränke an der Bar aus füllte Wasser in die Kannen und arangierte die Platten nach, die ihm aus der Küche gereicht wurden um sie an die Kellnerin weiter zu geben.

  • Laflar beobachtete, wie Siral an ihnen vorbei in den Gang ging, in dem Tivra lag und auch erstmal einige Zeit nicht mehr hinaus kam. Sie verstand nicht wirklich, was mit ihm geschehen war. War er plötzlich krank geworden? Dabei sah der vor ein paar Minuten doch noch sehr fit und heiter aus. Sie fand keine Antwort auf ihre Frage, also konzentrierte sie sich wieder ein wenig mehr auf das Lied.

    Ein paar Lieder spielten die Musiker noch, dann überließen sie den Tänzerinnen das Podest. Laflar folgte ihren Musikerkollegen wieder in den Hinterhof, denn dort kündigte Olfin die Aufteilung des Geldes an. Als sie an Tivra vorbei ging achtete sie darauf, einen größeren Abstand zu ihr einzuhalten, als gewöhnlich. Trotzdem kam sie nicht umher, wieder von der Hündin angeknurrt zu werden. Dieses Mal bewegte sie allerdings nur ihren Kopf und blieb im Gang liegen. Durch die Hintertür traten die Musiker nun auf den Hof, Olfin mit einem Ledersäckchen, das vor Münzen nur so klirrte.

    "For there is nothing either good or bad, but thinking makes it so." - The Tragedie of Hamlet, William Shakespeare

  • Vajdán beobachtete, wie die Sängerin zusammen mit dem Musikern in den Hinterhof ging, vorbei dem dem ungeheuren Wachhund, der sie auch entsprechend anknurrte.

    Siral war zur gleichen Zeit hinter der Bar verschwunden, Die Händler waren von den Tänzerinnen abgelenkt. Zugegeben, einen Moment lang fesselten sie auch Vajdáns Aufmerksamkeit, waren sie doch wirklich außerordentlich beweglich und es hinderte sie auch kaum Kleidung daran, das zu zeigen.

    Doch er hatte sich etwas anderes vorgenommen.

    Er folgte Laflar auf den Hinterhof, immer noch vor der Aufmerksamkeit der Gäste verborgen - wie gut oder schlecht es funktionierte wußte er nicht, eben sowenig ahnte er, das jedes Stück Eisen in diesem Haus seine Gabe untergrub, doch weil ohnehin aller Blicke auf die Tänzerinnen gerichtet waren schien es doch zu funktionieren.

    Nur der Hund knurrte auch als er passierte - womöglich bereits etwas resigniert ob der harschen Abfuhr seines Herren.

    Dort im Hof wartete Vajdán geduldig bis die Musiker die Münzen aufgeteilt hatten und dann wieder in den Gastraum zurückkehrten um diese in etwas trinkbares zu investieren, oder einfach das übrige Programm zu begutachten.

    Erst als Laflar alleine war trat er aus dem Schatten.

    "Was war das für ein Lied, das erste?"

    sprach er sie ziemlich unvermittelt an und trat auch gleichzeitig aus seiner Deckung.

    Für sie mußte es so wirken, als sei er ganz plötzlich aufgetaucht- zumindest auf einen Menschen hätte es diese Wirkung gehabt.

    "Parmesan und Partisan - Wo sind sie geblieben? - Partisan und Parmesan - Alles wird zerrieben."

    (Matthias Beltz)

  • So hart es auch klingen mochte... "Ich fürchte, euer Freund hat Recht. Wir sollten nichts überstürzen." Nachdenklich sah sie auf die Tischplatte. Sie würden tatsächlich erst etwas über diese Leute herausfinden müssen. In erster Linie zunächst, wo das Haus lag und wer genau seine Bewohner waren.


    Mit einer Hand griff sie nach ihrer Tasse und trank einen Schluck Tee. Wo war sie hier nur gleich hinein geraten? Und sie hatte ja noch nicht einmal einen Platz für ihren Wagen. WS würde aus ihren Plänen werden, einen Laden zu erwerben? Nun, das würde die Zukunft wohl zeigen.


    "Jedenfalls habt ihr nun eine Spur, also verliert die Hoffnung nicht. Wir werden irgend einen Weg finden. Wir sollten nur nicht zu unvorbereitet an die Sache gehen. Was Tuuli sagt, ist nämlich wie bereits gesagt nicht von der Hand zu weisen. "


    In jedem Falle würde es keineswegs langweilig werden.

    ~Nicht dunkel, aber schön und entsetzlich wie der Morgen.

    Tückisch wie die See. Stärker als die Grundfesten der Erde.

    Alle werden mich lieben und verzweifeln.~ (Galadriel, Herr der Ringe)

  • Es widerstrebte Nari, dass nun beide so dagegen argumentierten, das zu tun, was sie am liebsten getan hätte: Sofort losstürmen und ihn einfach irgendwie dort heraus holen. Noch weniger passte es ihr, dass die beiden durchaus Recht hatten und sie den vorgebrachten Argumenten zustimmen musste. Sie verzog das Gesicht, nickte aber sich ergebend. "Ich.. ihr habt ja Recht.." Sie seufzte. "Im Grunde ist jeder weitere Tag zu viel aber.. es nützt ihm auch nichts, wenn wir gar nicht erst.. durch kommen oder dann nirgends mehr sicher sind.", gab sie sich geschlagen, auch wenn sie innerlich bereits wirklich unruhig war. "Na schön. Ich weiß zwar noch nicht genau, wie man dieses Thema bei Siral ansprechen könnte, ohne.. zu viel zu sagen, aber.. ich bin sicher, es findet sich eine Möglichkeit. Die Frage wäre, wie wir.." Sie sah sich um. Nein, sie sollten solche Angelegenheiten lieber nicht an so einem öffentlichen Ort besprechen. Die erste Euphorie über eine neue Spur hatte sie schon leichtsinnig genug handeln lassen, indem sie das Gespräch überhaupt hier begonnen hatten. "Genaueres könnte man vielleicht in unserem Zimmer besprechen?" Fragend sah sie dabei auch Tuuli an, mit dem sie sich das Zimmer schließlich teilte. Aber dort liefen sie immerhin nicht gefahr, dass sie unwillkommene Zuhörer hätten. "Aber bitte, wärmt euch in Ruhe auf, vor morgen können wir wohl sowieso nicht aktiv werden..", seufzte sie und knetete unruhig ihre Hände.